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Austritt ohne Abkommen Irlands Regierungschef befürchtet nach Rücktritt Mays "sehr gefährliche" Phase

Der irische Regierungschef Leo Varadkar befürchtet nach dem Rücktritt der britischen Premierministerin Theresa May eine "sehr gefährliche" Phase für sein Land.

Es sei zu erwarten, dass Mays Nachfolger ein Euroskeptiker sei, der die EU ohne Brexit-Abkommen verlassen wolle, sagte Varadkar am Freitag bei der Stimmabgabe zur Europawahl in Dublin. "Was auch immer geschieht, wir müssen Ruhe bewahren."

Großbritannien ist der engste Handelspartner der Republik Irland. Dublin fürchtet einen ungeregelten Brexit, denn dann müsste Irland an der EU-Außengrenze zu Nordirland wieder Grenzkontrollen einführen. Im Personenverkehr dürften die Auswirkungen begrenzt bleiben. Das Problem ist die Wirtschaft. Bei Lieferungen über die Grenze müssten wieder Zölle erhoben, die Einfuhr von Waren müsste kontrolliert werden. Hinzu kommt die Symbolwirkung wiedereingeführter Kontrollen. Denn Grenzposten waren während des Nordirland-Konflikts eines der Hauptziele bewaffneter Nationalisten, die nach einer Vereinigung der irischen Insel streben.

Der CDU-Europapolitiker Elmar Brok rechnet nach dem Rücktritt Mays mit einem harten Brexit. "Ich gehe davon aus, dass Großbritannien am 31. Oktober Europa mit einem harten Brexit verlassen wird", sagte Brok der "Heilbronner Stimme". "Angesichts der handelnden Personen und des zeitlichen Ablaufs fürchte ich, dass der harte Brexit unausweichlich ist."

May hatte am Freitag einen Termin für ihren Rücktritt festgelegt: Sie werde als Parteichefin der Konservativen am 7. Juni zurücktreten, nachdem es ihr nicht gelungen sei, das Parlament von ihrem Brexit-Abkommen zu überzeugen, sagte sie.

Quelle: n-tv.de, AFP

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