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Freispruch des Mitangeklagten Urteil im Fall Lübcke "schmerzlich"

Die Familie des ermordeten Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke ist ihrem Sprecher zufolge enttäuscht vom Urteil gegen den mitangeklagten Markus H..

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(Foto: dpa)

Dieses Urteil sei außerordentlich schmerzlich, sagte Sprecher Dirk Metz am Donnerstag in Frankfurt. Die Familie sei der festen Überzeugung, dass beide Angeklagte gemeinsam die Tat nicht nur vorbereitet und geplant hätten, sondern auch gemeinsam am Tatort gewesen seien. Insofern sei das Urteil gegen Markus H. schwer zu verkraften - "weil die Familie auch der Ansicht ist, dass nicht alles vom Gericht in diesem Fall ausgelotet worden ist, was möglich gewesen wäre".

Der ursprünglich wegen Beihilfe zum Mord angeklagte Markus H. war vom Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt letztlich wegen eines Verstoßes gegen das Waffengesetz zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten verurteilt worden. Der Hauptangeklagte Stephan Ernst erhielt eine lebenslange Freiheitsstrafe, zudem stellten die Richter bei ihm die besondere Schwere der Schuld fest.

Das Urteil gegen Ernst entspreche der "sicheren Erkenntnis der Beweislage", sagte Familiensprecher Metz. Es habe zudem ein aus Sicht der Familie sehr präzises Geständnis von ihm gegeben. "Dafür hat er heute die höchste Strafe bekommen, die unser Rechtsstaat zur Verfügung hat." Trotz der Enttäuschung über das Urteil gegen H. werde es von der Familie keinerlei Gerichtsschelte geben. Lübcke sei sein Leben lang für den Rechtsstaat eingetreten, auch wenn eine Entscheidung mal nicht gefalle. Diese Werte lebe auch seine Familie.

Mit Blick auf eine mögliche Revision sagte Metz, die Familie werde den Urteilstag erstmal sacken lassen und in Ruhe überlegen, wie sie damit umgehe.

Quelle: ntv.de

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