Wirtschaft

Zum Abschied regnet es Geld 26 Millionen für Deutsche-Bank-Vorstände

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Strauß und Ritchie müssen ihren Stuhl zwar räumen, gehen aber nicht leer aus.

(Foto: imago)

Im Rahmen des Radikalumbaus der Deutschen Bank müssen auch drei Vorstände ihren Hut nehmen. Doch sie gehen nicht mit leeren Händen. Offenbar erhalten sie Abfindungen in Millionenhöhe - obwohl zuletzt viel Kritik an ihnen laut geworden war.

Der radikale Umbau bei der Deutschen Bank macht auch vor der Führungsetage nicht halt. Die scheidenden Vorstände werden aber finanziell üppig entlohnt: Laut "Handelsblatt" erhalten Investmentbanking-Chef Garth Ritchie, Regulierungsvorständin Sylvie Matherat und Privatkundenchef Frank Strauß zum unfreiwilligen Abschied insgesamt eine Abfindung von 26 Millionen Euro.

Dem Geschäftsbericht zufolge "beträgt die Abfindung in der Regel zwei Jahresvergütungen und ist auf die Vergütungsansprüche für die Restlaufzeit des Anstellungsvertrages beschränkt". Laut "Handelsblatt" geht es dabei neben der eigentlichen Abfindung auch um die sogenannte Karenzentschädigung für das Verbot, vor einem bestimmten Termin bei einem Wettbewerber anzuklopfen. Ritchie würde so auf eine Abfindung von rund elf Millionen Euro kommen, Matherat würde etwa neun Millionen erhalten und Strauß - wegen seiner geringen Vertragsrestlaufzeit - rund sechs Millionen Euro. Die Deutsche Bank äußerte sich nicht zu den Zahlen.

Für Empörung sorgen diese Summen auch, weil Investmentbanking-Chef Ritchie etwa auf der Hauptversammlung im Mai mit Regulierungsvorständin Matherat das schlechteste Abstimmungsergebnis einfuhr. Zudem schnitt Ritchie beim Erreichen seiner Ziele 2018 laut Geschäftsbericht am schlechtesten ab - war aber dennoch Topverdiener im Vorstand. Matherat wird laut "Handelsblatt" zudem vorgeworfen, nicht entschieden genug auf Vorwürfe über neue Geldwäscheaffären reagiert zu haben.

Betriebsrat erwartet Klarheit

Derweil erwartet der Betriebsrat der Deutschen Bank baldige Klarheit über die Größenordnung des zusätzlichen Stellenabbaus im Heimatmarkt. "Wir erwarten, dass der Vorstand bald mit konkreten Abbauplänen für Deutschland auf uns zukommen wird", sagte Konzernbetriebsratschef Frank Schulze. "Wir sind zuversichtlich, dass wir den Stellenabbau ohne Kündigungen und sozialverträglich hinbekommen werden."

Deutschlands größtes Geldhaus hatte am Sonntag einen radikalen Umbau beschlossen, um die Dauerkrise zu beenden. Bis zum Ende des Jahres 2022 sollen weltweit rund 18.000 Vollzeitstellen gestrichen werden. Bis dahin will der Dax-Konzern seine Belegschaft auf etwa 74.000 Vollzeitkräfte verringern. Ende März 2019 hatte die Bank weltweit noch knapp 91.500 Vollzeitbeschäftigte, davon gut 41.500 in Deutschland. Wie stark einzelne Länder und Standorte von dem Abbau betroffen sein werden, offenbarte der Vorstand bislang nicht.

In Asien, aber auch in London und New York wurden bereits am Montag die ersten Mitarbeiter vor die Tür gesetzt. "Jeder Arbeitsplatz, der verloren geht, tut weh", sagte Schulze. "Aber auch wir Arbeitnehmervertreter sind uns im Klaren darüber, dass es ohne harte Einschnitte nicht gehen wird."

Für Deutschland war bei der Deutschen Bank erst kürzlich ein weiterer Abbau von gut 2000 Stellen im Privatkundengeschäft vereinbart worden, zu dem die Postbank gehört. "Natürlich sind auch in der Investmentbank in Deutschland Einschnitte zu erwarten", sagte Schulze. Denn diesen Bereich will die Deutsche Bank drastisch verkleinern. "Auf der Filialseite im Privatkundengeschäft fehlt mir dagegen die Fantasie, was man da noch machen könnte - zumal der Vorstand die Bank näher an die Kunden heranrücken will", sagte der Betriebsratsvorsitzende.

Quelle: n-tv.de, ftü/dpa

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