Wirtschaft
Bei Air Berlin ist nichts mehr zu holen.
Bei Air Berlin ist nichts mehr zu holen.(Foto: picture alliance / Paul Zinken/d)
Freitag, 12. Januar 2018

Halber Regierungskredit verloren: Air Berlin überweist Bund 61 Millionen Euro

Die Insolvenz von Air Berlin beschert auch den Steuerzahlern einen Millionenverlust. Von den 150 Millionen Euro, mit denen der Bund der Fluggesellschaft unter die Arme griff, wird wohl nur die Hälfte zurückfließen.

Der Bund erhält wohl nur die Hälfte seines Überbrückungskredits für Air Berlin zurück. Lediglich 75 Millionen Euro der insgesamt 150 Millionen Euro könnten getilgt werden, zitierte das "Handelsblatt" aus dem Umfeld der Airline. Wie die Regierung auf Anfrage der Linksfraktion mitteilte, bekam der Bund bis zum 9. Januar Rückzahlungen in Höhe von rund 61 Millionen Euro. Die Regierung geht demnach aber "von weiteren Rückzahlungen aus".

Air Berlin hatte im August die Insolvenz erklärt und zur Überbrückung des Flugbetriebs den Kredit der staatlichen KfW-Bank in Höhe von 150 Millionen Euro erhalten. Ein Teil der Airline wurde an die Lufthansa und an die britische Airline Easyjet verkauft. Die Tochter Niki soll an die spanische Vueling gehen - der Verkaufsprozess stockt jedoch derzeit. Niki-Insolvenzverwalter Lucas Flöther erklärte gegenüber dem "Handelsblatt", Erlöse aus dem Verkauf von Niki würden nicht Air Berlin zufließen.

Die staatliche KfW-Bank hatte als Pfand für den Kredit die von Air Berlin gehaltenen Anteile an Niki bekommen. Niki musste nach dem Scheitern des Verkaufs an die Lufthansa ebenfalls Insolvenz erklären. Flöther sagte dem "Handelsblatt", kein möglicher Käufer war nach der Insolvenz von Niki bereit, auch alle Verbindlichkeiten zu übernehmen. Der Verkaufserlös von Niki fließt in die Insolvenzkasse.

Die Bundesregierung hatte bereits Mitte Dezember gewarnt, der Kredit an Air Berlin werde wohl nur zum Teil zurückgezahlt werden. In der Antwort von Staatssekretär Matthias Machnig aus dem Bundeswirtschaftsministerium heißt es, der Bund werde "alles tun, den Schaden für den Steuerzahler zu begrenzen".

Quelle: n-tv.de