Wirtschaft

Überraschender Gewinnanstieg Airbus baut Hamburger Werk aus

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Das Interesse an der Airbus-Modellpalette nimmt weiter zu.

(Foto: REUTERS)

Die Nachfrage nach zivilen Verkehrsmaschinen wächst und Europas großer Flugzeugbauer will seine Produktion unter anderem in Hamburg deutlich ausweiten. Davon sollen auch die Aktionäre profitieren.

Der europäische Flugzeugbauer Airbus führt seine Produktion unter anderem in seinem Hamburger Werk aus. Dort soll eine vierte Produktionslinie für den Mittelstreckenjet A320 entstehen, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Wegen der Auftragsflut für den Flugzeugtyp will Airbus in seinen Werken von Mitte 2019 an monatlich 60 Flugzeuge fertigen, bislang war ein Ausbau der Produktionsrate auf 50 Flieger im Jahr 2017 beschlossen. In Hamburg-Finkenwerder hat Airbus sein größtes deutsches Werk.

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Airbus profitiert derzeit überraschend stark von einer großen Nachfrage nach seinen Linienflugzeugen. Im dritten Quartal zog der Betriebsgewinn um zwölf Prozent an auf 921 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Analysten hatten dagegen mit einem Rückgang gerechnet. Auch beim Umsatz übertraf der europäische Luftfahrtkonzern mit einem Anstieg um sechs Prozent auf 14,072 Milliarden Euro die Erwartungen.

Vorstandschef Tom Enders bekräftigte die Jahresziele, wonach Umsatz, Gewinn und Dividende zulegen sollen. "Wir sind auf Kurs, unsere Prognose für das Geschäftsjahr zu erreichen."

Airbus bekräftigte, trotz der Triebwerksprobleme bei der A320neo-Erprobung seien Zulassung und erste Auslieferungen weiterhin im vierten Quartal 2015 vorgesehen. Das A380-Programm sei "auf Kurs, 2015 die Gewinnschwelle zu erreichen".

Neue Großaufträge aus China

Von Januar bis September zog das Betriebsergebnis des Luftfahrtkonzerns um acht Prozent auf 2,8 Milliarden Euro an. Unterm Strich schoss der Gewinn um 36 Prozent nach oben, auf 1,9 Milliarden Euro. Der Auftragseingang legte in den ersten neuen Monaten um 42 Prozent auf 112 Milliarden Euro. Airbus verbuchte demnach 815 Nettobestellungen für Zivilflugzeuge, einschließlich 87 Orders für Maschinen der A330-Familie.

Am Rande des Besuchs von  Bundeskanzlerin Angela Merkel in China unterzeichnete Airbus diese Woche zudem in Peking einen Vertrag über die Lieferung von 30 Flugzeugen des Typs A330. Zudem soll die Helikoptersparte 100 Hubschrauber liefern, die in einer neuen Fertigungslinie in China produziert werden sollen.

Der Umsatz des Luftfahrtkonzerns legte von Januar bis September um sechs Prozent zu auf 43 Milliarden Euro. Dazu habe insbesondere die Erholung des US-Dollars und ein günstiger Produktmix beigetragen, hieß es. Während der Umsatz im Geschäft mit Verkehrsflugzeugen um acht Prozent wuchs, stiegen die Erlöse in den kleineren Sektoren langsamer. Die Helikopter-Sparte wuchs um vier Prozent, das Raumfahrt-Segment um zwei Prozent.

Quelle: n-tv.de, mbo/DJ/rts