Wirtschaft

Dreamliner-Debakel schlägt durch Airbus überholt Boeing

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Rivalen der Lüfte: Boeing mit seinem pannenumwitterten Flaggschiff 787 (vorne) und Airbus, hier mit dem Mittelstreckenmodell A320.

(Foto: REUTERS)

Im Ringen um die Krone im Flugzeugbau hat wieder Airbus die Nase vorn. Grund ist nicht zuletzt das "Dreamliner"-Debakel beim Erzrivalen Boeing. Auf ihren Lorbeeren können sich die Europäer indes nicht ausruhen, denn trotz der Pannen bei der Konkurrenz finden die Dreamliner weiterhin neue Käufer.

Der Auslieferungsstopp beim Dreamliner macht dem Hersteller Boeing zu schaffen. Im ersten Quartal konnten die US-Amerikaner insgesamt 137 Maschinen ihrer verschiedenen Baureihen an die Kunden übergeben. Der europäische Erzrivale Airbus kam im gleichen Zeitraum auf 144 Auslieferungen.

Im Vorjahreszeitraum war das Kräfteverhältnis noch andersherum. Doch während Airbus seine Auslieferungen um zehn Prozent steigern konnte, stagnierten sie bei Boeing. Zuvor hatte der US-Konzern seine Auslieferungen wegen der starken Nachfrage nach Verkehrsjets regelmäßig steigern können.

Statt fünf Dreamlinern wie im Vorjahreszeitraum ging jetzt aber nur noch ein einziger der Langstreckenjets raus, bevor Mitte Januar zunächst ein Startverbot und dann ein Auslieferungsstopp verhängt wurde. Grund waren ein Feuer und ein Schwelbrand bei den Batterien zweier Dreamliner japanischer Fluggesellschaften. Derzeit testet Boeing eine neue, sicherere Batteriekonstruktion.

Es ist jedoch davon auszugehen, dass Boeing den Rückstand bei den Dreamliner-Auslieferungen wieder aufholt, wenn die US-Flugaufsicht grünes Licht für das neue Batteriedesign gibt. Die Produktion der Langstreckenjets läuft unvermindert.

Kein Ladenhüter

Der Dreamliner findet trotz des Startverbots sogar noch Käufer. Der Flugkonzern IAG hat für seine Tochter British Airways weitere 18 der besonders sparsamen Maschinen bestellt. Der Listenpreis liegt bei um die 4 Mrd. US-Dollar, wobei in der Branche satte Rabatte üblich sind.

Die von IAG verkündete Bestellung kommt zu den 24 Dreamlinern hinzu, die British Airways bereits im Jahr 2007 geordert hatte. Für seine spanische Tochtergesellschaft Iberia stellte der Flugkonzern einen Dreamliner-Auftrag für einen späteren Zeitpunkt in Aussicht. IAG war aus der Fusion von British Airways und Iberia entstanden.

Beobachter werteten die Aussagen als Vertrauensbeweis für Boeing. Streng genommen ist es aber nicht der erste Auftrag für den Dreamliner seit dem Startverbot. American Airlines hatte zwischenzeitlich eine Bestellung für 42 Maschinen des Typs festgezurrt. Den Plan zum Kauf der Flugzeuge hatte die Fluggesellschaft jedoch bereits 2008 verkündet.

Verkaufsschlager von Boeing ist allerdings die kleinere 737 mit zuletzt 102 ausgelieferten Maschinen vor dem Großraumflieger 777 mit 24 Stück. Auch bei Airbus verkaufen sich die Mittelstrecken-Jets der A320-Baureihe mit Abstand am besten, während vom doppelstöckigen Flaggschiff A380 nur vier Stück an Kunden übergeben wurden.

Quelle: n-tv.de, dpa

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