Wirtschaft

Rohstoff-Riese ist überschuldet Aktien von Glencore werden "zertrümmert"

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Glencore-Aktien würden regelrecht "zertrümmert", wie Naeem Aslam von Avatrade sagte.

(Foto: imago stock&people)

Die anhaltende Schwäche in China und niedrige Preise für Rohstoffe wie Kupfer und Zink setzen dem Rohstoff-Händler Glencore arg zu. An einem Tag bricht die Aktie des Konzerns um mehr als ein Viertel ein. Nun braucht Glencore dringend Geld.

Der Rohstoffhandelskonzern Glencore kommt an der Börse massiv unter Druck. Die Aktie gibt um 26 Prozent auf nur noch 72 Pence nach, da sich Investoren um die Verfassung des Konzerns angesichts des Verfalls der Rohstoffpreise sorgen. Beobachter bezweifeln, dass Glencore seine Verschuldungsziele erreicht, wenn die Preise niedrig bleiben oder noch weiter abrutschen sollten.

Der Kurs liegt damit über 40 Prozent unter dem Stückpreis von 125 Pence, den Investoren erst vor weniger als zwei Wochen in einer Kapitalerhöhung für neue Aktien auf den Tisch legten. Aber die anhaltende Schwäche in China und niedrige Preise für Rohstoffe wie Kupfer und Zink, die für Glencore wichtig sind, haben den Bemühungen des Konzerns, Vertrauen zu fördern, zunichte gemacht.

Ohne einen radikalen Umbau drohten große integrierte Bergwerkskonzerne wie Glencore und Anglo American bei fortdauernd niedrigen Rohstoffpreisen und angesichts hoher Verschuldung nahezu den gesamten Aktienwert zu verlieren, argumentiert die britisch-südafrikanische Bank Investec. Und zwar weil Glencore - mit Schulden in Höhe von fast 30 Milliarden Dollar - überschüssiges Kapital für die Rückzahlung von Verbindlichkeiten aufwenden müsste. Glencore-Aktien würden regelrecht "zertrümmert", Investoren fliehen aus der Aktie, wie Naeem Aslam von Avatrade sagte.

Nicht alle Analysten halten die Lage für so schlecht

Sanford C. Bernstein-Analyst Paul Gait schrieb vergangene Woche allerdings in einer Studie, der Ausverkauf der Glencore-Aktien sei überzogen. Damit das Geschäft gar keinen Rest an Eigenkapitalwert mehr habe, müssten die Rohstoffpreise noch viel weiter sinken, sagte er.

Analysten führen den Preisverfall auf eine ganze Reihe von Negativaspekten zurück. Das sich abschwächende Wirtschaftswachstum in China könnte dazu führen, dass das Unternehmen bei der Umsetzung der angekündigten Maßnahmen Schwierigkeiten bekommen könnte.

Glencore hatte jüngst angesichts des Rohstoffpreisverfalls ein umfassendes Maßnahmenpaket zur Schuldenreduzierung im Volumen von insgesamt mehr als 10 Milliarden Dollar bekannt gegeben. Bis Ende 2016 soll die Nettoverschuldung um ein Drittel auf rund 20 Milliarden Dollar sinken.

Verkäufe von sollen Schulden verringern

Im September hatte das Unternehmen bereits über die Ausgabe neuer Aktien 2,5 Milliarden Dollar erlöst, um die Schulden zu reduzieren. Nun sollen weitere zwei Milliarden Dollar durch Verkäufe eingenommen werden. Das Unternehmen will Anteile an seinem Agrargeschäft veräußern und hat dazu Credit Suisse und Citigroup angeheuert, um sich von einer Minderheitsbeteiligung zu trennen, wie eine mit der Sache vertraute Person sagte. Das Geschäft würde dabei mit rund 12 Milliarden Dollar bewertet.

Glencore erklärte sich zudem bereit, ein Nickelprojekt in Brasilien für 8 Millionen Dollar zu verkaufen. Zudem will der Konzern Anteile am Edelmetallgeschäft veräußern.

Quelle: ntv.de, Alex MacDonald und Scott Patterson , DJ

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