Wirtschaft

Lieferengpässe erhöhen PreiseApple testet chinesische Speicherchips in iPhones

09.08.2026, 16:42 Uhr
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Apple passt Komponenten oft speziell an seine Geräte an, um die Leistung zu maximieren. (Foto: picture alliance / empics)

Der KI-Boom steigert die Nachfrage nach Speicherchips, was auch bei Apple zu höheren Produktionskosten führt. Ein chinesischer Zulieferer soll die Knappheit lindern. Doch im Pentagon gibt es Sicherheitsbedenken.

Apple testet Speicherchips des chinesischen Unternehmens CXMT für verschiedene Produktlinien, darunter iPhones und MacBooks, wie mit der Angelegenheit vertraute Personen berichten. Das US-Unternehmen reagiert damit auf eine Speicherknappheit während des Booms bei künstlicher Intelligenz (KI).

Apple habe erste Gespräche mit CXMT über die Lieferung von Komponenten geführt, mit dem Ziel, diese in einigen in China verkauften Geräten zu verwenden. Apple hoffe, den Segen des Weißen Hauses zu erhalten, um mit dem chinesischen Unternehmen Geschäfte machen zu können.

Apple erhöht weltweit die Preise für seine Produkte und begründet dies mit den steigenden Kosten für Speicherchips aufgrund der hohen Nachfrage von KI-Unternehmen. Der Zugang zu chinesischen Lieferungen könnte dem iPhone-Hersteller helfen, die Knappheit zu lindern.

Die Laptop-Hersteller HP und Acer haben begonnen, Speicherchips von CXMT in Geräten zu verwenden, die außerhalb der USA verkauft werden, um die angespannte Liefersituation bei Speichern etwas zu entschärfen, wie mit der Angelegenheit vertraute Personen sagten. Das chinesische Unternehmen hat kürzlich seine Aktie in Schanghai an die Börse gebracht.

Pentagon sieht Verbindungen zu chinesischem Militär

Bundesvorschriften verbieten es US-Unternehmen bisher, Technologie an CXMT zu transferieren. Dies schließt jegliche Kommunikation über technische Details und Produktspezifikationen ein, was ein routinemäßiger Teil der Entwicklung der spezialisierten Chips ist, die Apple typischerweise verwendet. Diese Beschränkung hindert Apple daran, maßgeschneiderte Chips von CXMT zu bestellen. Die Regeln erlauben es Apple, handelsübliche CXMT-Komponenten zu verwenden und mit dem chinesischen Unternehmen Preise auszuhandeln, so Kevin Wolf, ein Anwalt bei Akin Gump, der Unternehmen in Fragen der Exportkontrolle berät.

Selbst wenn Apple sich strikt an die US-Vorschriften hält, könnte das Unternehmen dennoch die Rückendeckung der Trump-Regierung für die Verwendung chinesischer Speicherchips anstreben, um politische Gegenreaktionen zu vermeiden. Einige US-Politiker befürchten, dass der Speicherchiphersteller, sollte CXMT Aufträge von führenden amerikanischen Unternehmen erhalten, Zugang zu amerikanischem Know-how und mehr Mittel zur Weiterentwicklung seiner Technologie bekäme. Dies könnte, so ihre Argumentation, dem chinesischen Militär helfen und das US-Unternehmen Micron Technology untergraben, das neue Fabriken in Idaho und im Norden des Bundesstaates New York baut. Die USA haben CXMT auf eine Liste von Unternehmen gesetzt, die nach Angaben des Pentagons Verbindungen zum chinesischen Militär haben.

Apple passt Komponenten oft speziell an seine Geräte an, um die Leistung zu maximieren. Die Verwendung von Standard-Speicherchips von CXMT könnte Apple zwingen, bestimmte Teile seiner Produkte neu zu gestalten. Branchenanalysten sagen auch, dass die Technologie von CXMT immer noch hinter der ihrer ausländischen Konkurrenten zurückbleibt - auch weil der Zugang des Unternehmens zu den modernsten Chip-Fertigungsanlagen eingeschränkt ist.

Derzeit wäre CXMT kein Allheilmittel für Apple. Das chinesische Unternehmen habe seine Produktionskapazität in diesem Jahr voll ausgeschöpft, was wenig Spielraum für neue internationale Kunden lasse, so die mit der Angelegenheit vertrauten Personen. HP und Acer hätten sich begrenzte Mengen an Speicherchips gesichert und versuchten, sich weitere Lieferungen für das nächste Jahr zu sichern.

Hohe Chipkosten belasten Tech-Branche

Viele CXMT-Produkte erzielten Preise, die mit denen von Micron und den südkoreanischen Unternehmen SK Hynix und Samsung Electronics vergleichbar seien. Gelegentlich lägen diese sogar darüber. Diese Preisstrategie sei teilweise auf das knappe Angebot und die im Vergleich zur ausländischen Konkurrenz höheren Produktionskosten von CXMT zurückzuführen.

Steigende Speicherkosten haben begonnen, die Auslieferungen von Computern und Smartphones zu dämpfen. Laut Counterpoint Research sanken die weltweiten PC-Auslieferungen im zweiten Quartal um vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr, während die Smartphone-Auslieferungen um elf Prozent zurückgingen.

CXMT war der weltweit am schnellsten wachsende Anbieter der gängigen Speicherchips, die als DRAM bekannt sind. Der Umsatz des Unternehmens im zweiten Quartal dieses Jahres war dank starker Nachfrage, erweiterter Produktionskapazitäten und Preiserhöhungen mehr als achtmal so hoch wie vor einem Jahr. Laut Daten von Counterpoint erreichte CXMT einen weltweiten Marktanteil von sieben Prozent am Umsatz.

CXMT räumt einheimischen Technologieunternehmen wie Bytedance, Tencent und Xiaomi Vorrang ein, die alle ihre KI-Angebote ausbauen. CXMT baut neue Werke und strebt an, seine derzeitige Produktionskapazität bis 2028 mehr als zu verdoppeln. "Die Frage ist nicht 'wie', sondern 'wann' CXMT in den 'Big Three Memory Club' aufsteigen kann", schrieb der Counterpoint-Forscher Neil Shah in einem Bericht und bezog sich dabei auf SK Hynix, Samsung und Micron.

Quelle: ntv.de, bho/DJ

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