Wirtschaft

Ein Jahr ohne Groß-Events? Automesse in Detroit findet nicht statt

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Alles im Zeichen von Corona: Die Messehalle wird zu Klinik umfunktioniert.

(Foto: REUTERS)

Die Veranstalter haben lange gezögert, doch jetzt ist klar: Auch die Detroit Auto Show, die zuletzt 800.000 Besucher zählte, wird ihre Tore dieses Jahr wegen des Corona-Virus nicht öffnen. Selbst der Termin am 7. Juni ist angesichts der Krise noch zu früh.

Nun haben auch die Veranstalter der größten US-Automesse in Detroit einen Rückzieher gemacht. Wegen der Coronavirus-Pandemie fällt auch diese Großveranstaltung in diesem Jahr aus.

"Auch wenn wir enttäuscht sind, gibt es für uns nichts Wichtigeres, als die Gesundheit, die Sicherheit und das Wohlergehen der Bürger von Detroit und Michigan", sagte Messe-Direktor Rod Alberts in einem Statement am Samstagabend in Detroit. "Und wir werden tun, was wir können, um den Kampf unserer Gemeinschaft gegen den Ausbruch des Coronavirus zu unterstützen."

Eine große Wahl hatten die Veranstalter nicht. Denn die US-Katastrophenschutzbehörde Fema will das Kongresszentrum in Detroit wegen der Ausbreitung der Lungenkrankheit als Feldkrankenhaus nutzen.

Die Messe sollte in diesem Jahr erstmals im Juni stattfinden, nachdem in den vergangenen Jahren zum gewohnten Termin Mitte Januar die Besucher- und Ausstellerzahlen deutlich zurückgegangen waren. Autohersteller zog es zunehmend auf die vorher stattfindende Technikmesse CES in Las Vegas.

Es hagelt Absagen

Die Messe in Detroit wird vom Autohändlerverband der Region Detroit ausgerichtet, in der Metropole sind mit General Motors, Ford und Fiat Chrysler aber auch die "Big Three" der US-Autobauer beheimatet. Wie in Europa in den Werken - unter anderem von Volkswagen, Daimler und BMW-  stehen derzeit auch die Bänder der Autofabriken in Nordamerika still. Wegen des neuartigen Coronavirus waren zudem bereits die geplanten international wichtigen Automessen in Genf im März und Peking im April ausgefallen oder verschoben worden.

Was jetzt schon fest steht ist, dass es in der ersten Jahreshälfte damit keine großen Auto-Events geben wird. Möglicherweise fallen auch noch die Messen im Sommer und im Herbst ins Wasser. Die Veranstalter der Internationalen Funkausstellung IFA, die für Anfang September geplant ist, sowie der größten Messe für Computer- und Videospiele Gamescom, die Ende August stattfinden soll, werden ihre Entscheidungen noch fällen müssen, je nachdem wie sich die Pandemie weiter entwickelt.

Apple hat für sein Groß-Event im Juni eine Alternative gefunden: Die Entwicklerkonferenz WDC 2020 wird als reines Online-Event stattfinden. Den Termin und weitere Informationen sollen in den kommenden Wochen nachreicht werden.

Quelle: ntv.de, ddi/dpa

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