Wirtschaft

Rückzug aus dem Golf BP gibt Ölfelder auf

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Dieses Bild aus dem April 2010 markiert den Wendepunkt: BP ringt weiter mit den Folgen.

(Foto: Reuters)

Mehr als zwei Jahre nach dem Beginn der größten Umweltkatastrophe in der Geschichte der USA zieht sich der britische Öl-Multi BP aus den Gewässern im Golf von Mexiko zurück. Eine Sprecherin bestätigt entsprechende Verkaufsgerüchte. Angaben zum Preis macht sie nicht. Er soll in die Milliarden gehen.

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Der britische Rohstoffkonzern BP will mit dem Verkauf von Ölfeldern im Golf von Mexiko Medienberichten zufolge bis zu 7,9 Mrd. US-Dollar einnehmen. Eine Unternehmenssprecherin bestätigte die Verkaufsabsicht. Es handele sich um für BP strategisch nicht bedeutsame Felder, hieß es. Grund zur Aufregung sah sie allerdings nicht: Die Verkaufsabsichten seien bereits im Mai veröffentlicht worden, betonte sie.

Die Berichte zur Höhe der Verkaufserlöse wollte die BP-Sprecherin dagegen nicht kommentieren. "Das kommt nicht von uns", sagte sie mit Blick auf die kolportierte Zahl von fast 8 Mrd. Dollar. Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte sich bei diesen Angaben auf Informationen von mit dem Verkaufsprozess betrauten Personen berufen.

BP-Vorstandschef BP verbucht rote Zahlen hatte vor zwei Wochen erklärt, das Unternehmen verfolge seinen eingeschlagenen Weg des Zurückfahrens von Aktivitäten in der Region. Den Informationen zufolge werden auf den Ölfeldern derzeit 58.000 Barrel (je 159 Liter) Rohöl pro Tag gefördert. Insgesamt umfassten die Reserven dort 120 Mio. Barrel Öl. BP wolle sich im Golf von Mexiko auf nur noch wenige, besonders vielversprechende Aktivitäten konzentrieren, hieß es.

Folgen der Explosion

Beobachter sehen einen Zusammenhang mit der Explosion der Bohrplattform " " im April 2010. Das Unglück kostete elf Menschen das Leben und verursachte einen Milliardenschaden. Über Monate strömte Rohöl aus dem havarierten Bohrgestänge unter hohem Druck ungehindert ins offene Meer. Das Ereignis ging als die bislang größte und folgenschwerste Umweltkatastrophe in die Geschichte der USA ein.

BP beschloss daraufhin, sich von Firmenwerten in Höhe von 38 Mrd. US-Dollar zu trennen, um die Kosten decken zu können. Zu Wochenbeginn verkündete das britische Unternehmen den Verkauf einer US-Raffinerie im Wert von 2,5 Mrd. Dollar.

Noch sind die finanziellen Folgen der Katastrophe nicht ausgestanden: BP hat sich zwar bereits mit zahlreichen Klägern aus dem Kreis von Privat- und Geschäftsleuten geeinigt. Es steht jedoch noch eine Einigung auf die Entschädigung der US-Bundesregierung und von fünf Bundesstaaten aus. Inwieweit die empfindliche Flora und Fauna im Golf von Mexico dauerhaft geschädigt bleibt, wird sich Experten zufolge herausstellen.

Quelle: n-tv.de, dpa

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