Wirtschaft

Räder könnten aus Gleis springen Bahn warnt Mitarbeiter vor gefährlichen Loks

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Eine Lok der Baureihe 143. Vor jedem Fahrtantritt müssen die Verschiebungsdetektoren überprüft werden.

(Foto: imago/JOKER)

Hunderte E-Loks deutscher Regionalzüge haben einen gefährlichen Defekt. Eine technische Lösung hat die Bahn nicht. Die Lokführer sollen vorerst wachsam sein und bei Problemen langsam fahren.

Die Deutsche Bahn warnt ihre Lokführer vor gefährlichen Schäden der Lokomotiven mancher Regionalzüge. Dem "Spiegel" zufolge verschieben sich die Radscheiben der E-Lokomotiven der Baureihen 112, 114 und 143, wenn diese beschleunigen. Im Extremfall könnten die Räder aus dem Gleis springen, heißt es weiter.

Die Probleme sind laut dem Bericht derzeit nicht zu beheben. Deshalb habe die Bahn die Lokführer vor zwei Wochen gewarnt und eine schriftliche Anweisung zur Überprüfung der Radscheiben vor Fahrtantritt erteilt. Demnach müssen die Lokführer "alle Radkörper auf Schleifspuren an den Verschiebedetektoren prüfen". Wenn bei der Fahrt ein "erhebliches Schleudern" auftritt, muss der Lokführer die Geschwindigkeit bis zum nächsten Bahnhof auf 40 Stundenkilometer drosseln. Auf Weichen darf er dann noch höchstens Schrittgeschwindigkeit fahren.

Laut "Spiegel" räumte ein Bahnsprecher die Probleme ein. Durch "unverzüglich ergriffene Gegenmaßnahmen" seien jedoch "Gefährdungen der Betriebssicherheit" ausgeschlossen. Ab Dezember sollen die betroffenen Loks im Rahmen ihrer regulären Wartung mit Sensoren ausgerüstet werden, die Verschiebungen an den Radscheiben registrieren und automatisch melden sollen.

Die Bahn betreibt eigenen Angaben zufolge noch etwa 300 der betroffenen E-Loks. Es handelt sich um ältere Baureihen, die teils noch aus DDR-Produktion stammen.

Quelle: ntv.de, mbo

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