Wirtschaft

Nettogewinn sinkt Bei SAP boomt die Cloud

2becb0685ec31c28d0004d52475c904b.jpg

Gewinn von Marktanteilen.

(Foto: REUTERS)

Die Cloud-Software sorgt im ersten Quartal für ein ordentliches Wachstum von SAP. Allerdings fällt der Verdienst des Softwareriesen geringer aus als im Vorjahreszeitraum. Grund sind höhere aktienbasierte Mitarbeitervergütungen.

Anhaltend hohe Nachfrage nach Cloud-Software und dem neuen Hauptprodukt S/4Hana hat das Wachstum des Softwarekonzerns SAP im ersten Quartal angeschoben. Von Januar bis März verdiente der Marktführer für Firmensoftware um Sonder- und Währungseffekte bereinigt 1,198 Milliarden Euro, ein Plus gegenüber dem Vorjahresquartal von zwei Prozent. Der Umsatz stieg um acht Prozent auf 5,29 Milliarden Euro, wie das Dax-Unternehmen mitteilte.

SAP
SAP 100,14

Das Geschäft mit Mietsoftware aus der Internet-Cloud legte dabei um 30 Prozent zu auf 906 Millionen Euro. "Wir gewinnen Marktanteile gegenüber unseren Wettbewerbern", erklärte Vorstandschef Bill McDermott.

Experten hatten im Schnitt ein bereinigtes operatives Ergebnis von 1,22 Milliarden Euro erwartet. Unbereinigt verdiente SAP operativ nur 673 Millionen Euro und damit 17 Prozent weniger als im Vorjahresquartal.

Den großen Unterschied erklärte der Konzern mit der gestiegenen Summe an aktienbasierten Mitarbeitervergütungen, die gebucht werden. SAP beschäftigt mit knapp 86.000 Menschen inzwischen zehn Prozent mehr Personal als vor Jahresfrist. McDermott beispielsweise hatte für 2016 wegen am Aktienkurs orientierten langfristigen Vergütungsbestandteilen mit knapp 14 Millionen Euro das höchste Gehalt in der Dax-Riege kassiert.

Umbau in der Belegschaft

Die fortschreitende Umstellung von traditionellen Softwarelizenzen zu Cloud-Programmen, die die Kunden über das Internet abonnieren, führt auch zu weiterem Umbau in der Belegschaft. Schon im vergangenen Jahr nahmen rund 3000 Mitarbeiter ein freiwilliges Abfindungsprogramm in Anspruch. In diesem Jahr stehen weitere Beschäftigte im Service vor der Wahl, sich auf die neue Technologie umzustellen oder zu gehen.

SAP-Finanzchef Luka Mucic erklärte, die zunächst auf nur 30 Millionen Euro angesetzten Restrukturierungskosten stiegen im Gesamtjahr voraussichtlich auf 250 bis 300 Millionen Euro. Den Ausblick für 2017 ließ SAP dennoch unverändert: Der bereinigte operative Gewinn soll um rund fünf Prozent auf 6,8 bis 7,0 Milliarden Euro steigen.

Quelle: ntv.de, wne/rts/dpa