Wirtschaft

Achterbahnfahrt für Anleger Bitcoin verliert weiter an Wert

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Kurzer Hype - oder nur ein vorübergehender Rückschlag: Der Bitcoin nähert sich der 10.000-Dollar-Marke.

(Foto: REUTERS)

Ist der Höhenflug beendet? Der Kurs des Bitcoin gibt zur Wochenmitte weiter kräftig nach. Gegen Mittag notiert die digitale Währung nur noch knapp über der Schwelle bei 10.000 Dollar. Experten rechnen mit anhaltendem Gegenwind.

Wie gewonnen, so zerronnen: In rund zwei Monaten hat sich der Wert des Bitcoin erst auf knapp 20.000 Dollar verdoppelt. Jetzt ist der Kurs wieder bis auf die Marke von gut 10.000 Dollar gefallen. Die Cyber-Devise verbilligte sich zuletzt um rund sieben Prozent. Im Tagestief kostete ein Bitcoin damit nur noch gut 10.015 Dollar. Am Vortag lag der Bitcoin zeitweise noch bei knapp 11.218 Dollar.

Am Dienstag war der Bitcoin-Kurs zeitweise um mehr als ein Viertel eingebrochen. "Die Cyber-Währung konnte sich in jüngster Vergangenheit von ähnlichen Kursrückschlägen relativ zeitnah erholen", sagte Timo Emden, Deutschland-Chef des Online-Brokers DailyFX. "Doch diesmal scheinen Investoren vor der größten Herausforderung zu stehen als je zuvor."

Auf internationaler Ebene erfährt die Digitaldevise zunehmend Gegenwind: Einem Medienbericht zufolge will China den Handel mit virtuellen Währungen blockieren. Südkorea will derartige Geschäfte ganz verbieten. Die beiden asiatischen Staaten gehören neben Japan zu den wichtigsten regionalen Umschlagplätzen für Bitcoins und ähnliche Währungsprojekte.

Nach Einschätzung von Shuhei Fujise, dem Chef-Analysten des auf virtuelle Währungen spezialisierten Research-Hauses Alt Design, stehen den Digital-Devisen schwere Wochen bevor. Bei den anstehenden G20-Finanzministertreffen dürften strengere Regeln für den Handel mit Krypto-Währungen Thema sein.

Wie entscheiden die Anleger?

Für Steven Englander, Chef-Anlagestratege des Vermögensverwalters Rafiki, ist der Markt an einem kritischen Punkt angelangt. "Kryptowährungsanleger müssen entscheiden, ob sie Bitcoin aufgeben, weil die Währung wegen ihrer technischen Beschränkungen von besseren Produkten verdrängt wird oder ob sie darauf setzen, dass Bitcoin trotzdem gedeihen kann", sagte Englander. Einer der Kritikpunkte an Bitcoin ist die rechen- und zeitintensive Verarbeitung von Transaktionen.

Konkurrenten wie Ethereum oder Ripple punkten aber nicht nur mit höherer Geschwindigkeit. Ihre Software dient gleichzeitig als Technologie-Plattform, die mehr bietet als reinen Geld-Transfer. Dem Sog fallender Bitcoin-Kurse könnten sich diese Krypto-Währungen dennoch nicht entziehen: Ethereum verbilligte sich dem Branchendienst CoinMarketCap zufolge zur Wochenmitte um 15 Prozent auf 909 Dollar. Der Ripple-Index, der den Preis der gleichnamigen Cyber-Devise widerspiegelt, brach sogar um 25 Prozent ein. Am Vortag hatte er in ähnlichen Ausmaßen verloren. Damit notiert der Ripple-Index aber immer noch fast fünfmal so hoch wie Anfang Dezember.

Wie bei vielen riskanten Spekulationen entscheidet der Zeitpunkt des Einstiegs darüber, ob sich aus den Investitionen der Anleger Verluste ergeben oder nicht. Trotz des aktuellen Kurseinbruchs kostet ein Bitcoin derzeit noch fast zehn Mal so viel wie vor Jahresfrist. Wer allerdings erst im Herbst in den Bitcoin einstieg, dürfte die Entscheidung womöglich bereits bereuen. Die 10.000-Dollar-Marke hatte der Bitcoin erst Ende November überwunden.

Quelle: n-tv.de, mmo/rts

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