Wirtschaft

Gigantisches Konjunkturprogramm China will seinen "Rostgürtel" polieren

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Ein Werk in der fraglichen Region.

(Foto: REUTERS)

Im Nordosten Chinas dominieren die Rohstoffindustrie und der Staatssektor. Beide arbeiten sonderlich effektiv. Nun nimmt die Regierung Milliarden in die Hand und will die Region auf Vordermann bringen.

Mit einem milliardenschweren staatlichen Investitionsprogramm will China den von alten Industrien geprägten "Rostgürtel" im Nordosten des Landes wirtschaftlich wiederbeleben. In den nächsten drei Jahren seien Ausgaben von mindestens 1,6 Billionen Yuan (245 Milliarden US-Dollar) geplant, sagte ein hochrangiger Regierungsbeamter.

Die Regierung erwäge zunächst 130 Projekte, um die Infrastruktur zu verbessern, etwa in der Wasserversorgung, sagte Zhou Jianping von der Staatlichen Entwicklungs- und Reformkommission. Die mächtige Kommission formuliert die Wirtschaftsziele der Pekinger Regierung.

Es ist unklar, welcher Anteil der Finanzmittel von der Zentralregierung kommen wird. Doch die Provinzverwaltungen im "Rostgürtel", der von der Schwer- und Bergbauindustrie sowie von staatlichen Großunternehmen geprägt ist, kämpfen seit einiger Zeit mit fehlenden Steuereinnahmen. In einigen Provinzen kam es zu Ausfällen bei den Pensionszahlungen, wie lokale Medien berichten.

Region bremst Wachstum

Das Kabinett in Peking hat im vergangenen Monat Richtlinien erlassen, um die Region zu revitalisieren, die unter einer flauen Nachfrage und Überkapazitäten schwer zu leiden hat. Unter anderem sollen Staatsfirmen im Nordosten mit Hilfe von Investmentfirmen sowie Fusionen und Zukäufen restrukturiert werden.

Die staatlichen Behörden sollten auch regionale Kooperationen mit anderen Ländern anstreben, erklärte das Kabinett. Pilotprojekte in der Region sollen schneller vorangetrieben werden, einschließlich eines Industrieparks, der in Partnerschaft mit deutschen Unternehmen in Shenyang, der Hauptstadt der Liaoning-Provinz, entsteht.

Die Wirtschaftsleistung in der Liaoning-Provinz, die sich hauptsächlich auf Rohstoffe und den Staatssektor stützt, fiel im ersten Quartal dieses Jahres um 1,3 Prozent, die schwächste Performance aller Provinzen. Für Gesamtchina wurde dagegen ein Wirtschaftswachstum von 6,7 Prozent gemeldet.

Quelle: ntv.de

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