Wirtschaft

Die nächste Attacke wird kommen Cyber-Sicherheit ist Boom-Markt

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Unerfreuliche Botschaft: In einem Büro in Kiew ließ sich ein Rechner nach der Petya-Attacke nicht mehr benutzen.

(Foto: AP)

Cyber-Angriffe bereiten den betroffenen Unternehmen enorme Schwierigkeiten. Zugleich verbessern sich die Perspektiven für die Firmen, die Software für Cyber-Sicherheit anbieten.

Die letzten Monate unterstreichen es: Viele Firmen sehen sich mit massiven Problemen konfrontiert, sobald Hacker ihre Systeme angreifen und Lösegeldforderungen stellen - vornehmlich und gerne in Bitcoin übrigens. Das hatten Ende Juni haben das eine Reihe von Unternehmen schmerzlich zu spüren bekommen, vom Nahrungsmittelhersteller Mondelez über die Deutsche Post bis zu Beiersdorf. Die Schadsoftware "Petya/NotPetya" hatte bei für Schäden in Millionenhöhe gesorgt.

Die Attacken sind für die betroffenen Firmen ein großes Problem. Softwarefirmen, die Angriffe mit Schadsoftware abwehren oder die blockierten Systeme wieder freibekommen, freuen sich dagegen über glänzende Geschäfte.

Zu den führenden Unternehmen aus dem Bereich gehören neben dem für seine "Norton" Security-Software bekannte Branchenprimus Symantec andere US-Konzerne wie Palo Alto Networks und FireEye oder die israelische Firma Check Point Systems.

Wer anstatt zu den Aktien einzelner Unternehmen zu greifen, lieber auf die gesamte Branche setzt, kann sich das Indexzertifikat der Schweizer Bank Vontobel auf den Cyber Security Performance Index (WKN VS5ZCS) anschauen. Die schwersten unter den derzeit enthaltenen 13 Unternehmen sind die englische Firma Sophos Group (9,9 Prozent), vor Palo Alto Networks (8,6 Prozent) und dem japanischen Konzern Trend Micro (8,2 Prozent). Anschließend folgen eine Reihe von US-Konzernen und Check Point. Das Papier wird zweimal halbjährlich angepasst, die Managementgebühr beträgt 1,2 Prozent pro Jahr.

Enormes Wachstumspotenzial

Zwar sind die Aktien etlicher dieser Unternehmen zuletzt deutlich gesunken. Damit könnten sie aber eine umso bessere Einstiegschance bieten, sind doch die Perspektiven für den Sektor hervorragend. Die indische Researchfirma MarketsandMarkets prognostiziert, dass der weltweite Markt für Cyber-Sicherheit bis 2021 auf umgerechnet 202,4 Milliarden Dollar wachsen wird - gegenüber 122,5 Milliarden Dollar für 2016. Das entspräche einem durchschnittlichen Umsatzplus von 10,6 Prozent jährlich. Zu der steigenden Nachfrage nach den Softwarelösungen führt eine Reihe von Faktoren, wie die zunehmende Nutzung von Smartphones, der Megatrend "Internet of Things" (Internet der Dinge) oder Cloud-Computing.

Zwar erleichtern diese Entwicklungen den Alltag erheblich, allerdings nehmen damit auch die Sicherheitsrisiken zu, weshalb die Nachfrage nach Lösungen für Cyber Security deutlich zulegen sollte. Denn längst geht es nicht mehr nur um die Sicherheit von Finanz- und Gesundheitsdaten, sondern um jene von Kraftwerken, Stromnetzen, oder Flughäfen. Daher hatte Mitte Mai US-Präsident Donald Trump einen Erlass unterzeichnet, mit dem die Cyber-Sicherheit verbessert werden soll. Das hatte das Thema einmal mehr in den Fokus der Investoren gerückt.

Wenn sich die Stimmung der Investoren für den Sektor allmählich verbessern sollte, dürfte vor allem die Symantec-Aktie ins Visier der Anleger rücken. Der Konzern hatte mit einem verhaltenen Ausblick auf das Juni-Quartal enttäuscht. Das lag allerdings vor allem an der Verschiebung des Geschäfts in Richtung Cloud-Computing, weshalb die Lizenzeinnahmen nicht so stark sprudeln, wie Analysten erwartet hatten. Dafür verfügt die Firma später aber über umso mehr wiederkehrende Umsätze. Angekurbelt wird das Wachstum zudem durch die 2016er-Übernahme des Konkurrenten Blue Coat für 4,65 Milliarden Dollar. Im Februar 2017 folgte der Aufkauf von LifeLock für 2,3 Milliarden Dollar. Daher soll der Konzernumsatz von Symantec laut den Analystenschätzungen im Fiskaljahr 2017/18, das im März endet, um 23,6 Prozent auf 5,15 Milliarden Dollar nach oben schießen.

Der Markt für Cyber-Sicherheit ist ein Wachstumsmarkt par excellence. Unabhängig von dem jüngsten Kursrückgang sollte es sich daher lohnen, mittel- und langfristig in den Sektor zu investieren.

Disclaimer: Dieser Beitrag stellt keinerlei Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Aktien oder Anlageprodukten dar. Für die Richtigkeit der Daten wird keine Haftung übernommen.

Quelle: n-tv.de

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