Wirtschaft

Ein Vize für Grube Deutsche Bahn bekommt "zweites Gesicht"

In der kommenden Woche werden die Arbeitnehmervertreter über das Umbaukonzept für die Deutsche Bahn informiert. Schon vorab werden einige Personalüberlegungen von Bahnchef Grube bekannt. Der plant offenbar etwas ganz Neues.

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Kefer (l) und Grube 2010 in Stuttgart.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Deutsche Bahn könnte nach Informationen der "Welt am Sonntag" erstmals einen Vize-Chef bekommen. Demnach soll der Vorstand für Infrastruktur und Dienstleistungen, Volker Kefer, Stellvertreter von Rüdiger Grube werden. Kefer, der durch seine besonnenen Auftritte in den Debatten über das Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 bekannt wurde, solle "neben Rüdiger Grube das zweite Gesicht der Bahn werden", heißt es.

Das zeigt sich besonders am großzügigen Zuschnitt seiner Zuständigkeiten. Denn Kefer ist neben der Infrastruktur, also Schienennetz und Bahnhöfen, auch für die Sparten Dienstleistungen und Energie zuständig. Und nicht nur das: Zusätzlich soll künftig die Technik-Sparte wieder in seiner Verantwortung liegen. Das Ressort hatte er 2013 abgeben müssen. Nach dem Ausscheiden von Heike Hanagarth, die bisher Vorständin für Technik und Umwelt war, kann Kefer das Ressort nun wieder übernehmen.

Angeblich sollte Kefer nach Grubes Plänen auch noch die Verantwortung für den Personen- und Güterverkehr sowie das Logistikgeschäft übernehmen und zu einer Art Super-Vorstand werden. Das sei jedoch am Veto der Bundesregierung gescheitert, die einen Einspruch der Europäischen Kommission fürchtete. Ein Sprecher des Unternehmens wollte den Bericht nicht kommentieren.

Mitte der Woche war aus dem Umfeld des Aufsichtsrats bereits der Chef der Tochtergesellschaft DB Fernverkehr, Berthold Huber, für den wichtigen Personenverkehr genannt worden. Grube hatte Ende Juni angekündigt, den bundeseigenen Konzern durch einen Umbau wieder profitabler machen zu wollen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur soll unter anderem der Vorstand von acht auf sechs Mitglieder verkleinert werden.

Aufrücken würde im Zuge der Neuordnung ebenfalls der frühere Kanzleramtschef Ronald Pofalla. Nach diesen Informationen könnte schon im August die neue Bahnführung stehen. Das Kontrollgremium muss dem Personalkonzept Grubes demnach in einer Sondersitzung am 27. Juli erst noch zustimmen.

Am Montag werden die Pläne den Arbeitnehmervertretern des Bahnaufsichtsrates präsentiert. In den vergangenen Tagen hatte es immer wieder Berichte darüber gegeben, wie die Bahn sich für die kommenden Jahre aufstellen will.

Quelle: n-tv.de

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