Wirtschaft

Langzeit-Sponsor mit Bedenken Deutsche Bank ließ Trump-Firma abblitzen

116341903.jpg

Vier von 16 Krediten an seine Firmen, zu denen Trump im Jahr 2016 Angaben machte, kamen von der Deutschen Bank.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Deutsche Bank gewährt Trumps Firmen vor seiner Präsidentschaft Kredite in Milliardenhöhe. Insidern zufolge sollen erst im Wahljahr Bedenken über die Nutzung des Geldes aufgekommen sein. Alles Quatsch, sagt die Trump-Organisation. Sie bestreitet externe Finanzierungen.

Die Deutsche Bank hat 2016 eine Kreditanfrage der Trump-Organisation zurückgewiesen. Es sei damals um die Erhöhung eines Kredits an das Trump National Doral, einem Golf-Resort in Florida, gegangen, sagen mit der Angelegenheit vertraute Personen. Die Bank habe Bedenken gehabt, die Geschäftsbeziehung mit dem damaligen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump oder seinem Unternehmen auszuweiten.

Bei der Bank, die lange Zeit Kredite an den jetzigen US-Präsidenten vergeben hat, wurden zudem intern Fragen laut, ob genügend Informationen darüber vorlägen, wie das Geld letztlich genutzt würde, sagte eine der informierten Personen. Teilweise sollte der Kredit nach Plänen der Trump-Organisation dem Trump Turnberry Golfclub in Schottland zugutekommen, sagten die Informanten. Die Deutsche Bank lehnte eine Stellungnahme zu der Kreditanfrage ab.

Eine Sprecherin der Trump-Organisation bestritt, dass Turnberry externe Finanzierung benötigte. Auf die Frage, ob die Organisation im Frühjahr 2016 eine Kredit bei der Deutschen Bank angefragt hat, antwortete sie nicht. "Diese Geschichte ist absolut falsch. Wir haben Trump Turnberry ohne Finanzierung gekauft und Zehnmillionen von Dollar unseres eigenen Geldes in die 2014 begonnene Renovierung gesteckt", sagte sie. "Zu keiner Zeit wurde Geld für den Kauf oder die Renovierung von Trump Turnberry benötigt."

US-Abgeordnete wollen Geschäftsbeziehungen prüfen

Ein Risikoausschuss der Deutschen Bank und das Topmanagement hätten die Anfrage abgelehnt, sagten die informierten Personen. Die Verantwortlichen sorgten sich seinerzeit um das steigende Exposure der Bank bei Trump oder seinen Partnern. Die Anfrage sei von einem US-Komitee der Bank zurückgewiesen worden, das Geschäfte auf Reputationsrisiken und andere Punkte prüft. Die Anfrage sei an ein global zuständiges Komitee der Bank weitergeleitet und von diesem ebenfalls abgelehnt worden.

Unter anderem sorgten sich die Verantwortlichen den Informationen zufolge, dass das Geld in Kanäle außerhalb der Kontrolle der Bank fließen könnte, etwa dass es Trumps Präsidentschaftskampagne zugutekommen könnte.

Angeordnete der Demokratischen Partei, darunter die Leiter der Ausschüsse für Geheimdienste und Finanzdienstleistungen im US-Repräsentantenhaus, hatten angekündigt, die Geschäftsbeziehungen der Deutschen Bank zu Trump unter die Lupe zu nehmen. "Wir werden uns mit möglicher Geldwäsche der Trump-Organisation befassen und die Deutsche Bank ist ein offensichtlicher Startpunkt", sagte der Abgeordnete Adam Schiff, der dem House Intelligence Committee vorsteht, dem Magazin "New Yorker" im Dezember.

Deutsche Bank vergab hohe Summen

Die Beziehung von Trump und der Deutschen Bank reicht Jahrzehnte zurück. Seit 1998 hat die Bank Kredite über mindestens 2,5 Milliarden US-Dollar an Trump-Unternehmen federführend vergeben oder war an ihnen beteiligt, wie das "Wall Street Journal" berichtet hatte. Diese Gelder halfen Trump dabei, einige seiner bekanntesten Projekte, etwa in Washington, New York, Chicago und Florida, zu realisieren.

Eine letzte Veröffentlichung Trumps aus dem Jahr 2016, als er sich um die Präsidentschaft bewarb, zeigte, dass 4 der 16 Kredite an seine Firmen, zu denen er Angaben machte, von der Deutschen Bank kamen. Ein beträchtlicher Anteil davon stammte aus zwei Hypothekengeschäften 2012 - eines mit einem Wert von mehr als 50 Millionen Dollar, das andere mit einem Wert zwischen 5 und 25 Millionen Dollar - für das Trump National Doral.

Im März 2016 stand Trump kurz vor der Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten für die Republikaner, die er sich zwei Monate später sicherte. Zu dem Zeitpunkt finanzierte Trump seine Kampagne größtenteils aus eigener Tasche. Bis Ende März hatte er seiner Kampagnenorganisation rund 36 Millionen Dollar geliehen, wie aus Aufzeichnungen der Federal Election Commission hervorgeht. Später erließ er seiner Kampagne Schulden in Höhe von 50 Millionen Dollar.

Quelle: n-tv.de, lri/DJ

Mehr zum Thema