Wirtschaft

Konkurrenz nimmt zu Die deutsch-chinesischen Wirtschaftsbeziehungen

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Am Dienstag flieg Angela Merkel wieder zurück nach Deutschland.

(Foto: dpa)

Bundeskanzlerin Angela Merkel bricht am Wochenende zu den deutsch-chinesischen Regierungskonsultationen in die Volksrepublik auf. Hier Daten und Fakten zu den Wirtschaftsbeziehungen der beiden Länder:

Handel

Er läuft nicht mehr richtig rund. 2015 sanken die deutschen Exporte in die Volksrepublik erstmals nach fast zwei Jahrzehnten stetiger Zuwächse - und zwar um vier Prozent auf gut 71 Milliarden Euro. Grund ist das verlangsamte Wachstum in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt. 2016 sieht es nach einem erneuten Rückgang aus: Im ersten Quartal fielen die Ausfuhren um vier Prozent. Dennoch bleibt China von großer Bedeutung: Nur in die USA, nach Frankreich, Großbritannien und in die Niederlande verkaufen die deutschen Unternehmen mehr Waren. Zugleich ist China Deutschlands größer Importeur.

Investitionen

China ist 2015 das zweite Jahr in Folge größter Investor in Deutschland gewesen, noch vor den USA. 260 Projekte - von Neuansiedlungen auf der grünen Wiese über Erweiterungen bis zu Standortwechseln - kamen von Unternehmen aus der Volksrepublik. Dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) zufolge gibt es noch viel Luft nach oben. Die deutschen Firmen haben in China Produktion und Anlagen im Wert von fast 60 Milliarden Euro aufgebaut, die Chinesen hierzulande im Wert von etwa zwei Milliarden Euro.

Übernahmen

Die Furcht vor einer chinesischer Übernahmewelle wird derzeit befeuert durch den geplanten Kauf des bayerischen Hightech-Unternehmens Kuka durch den Midea-Konzern. Die für das Standortmarketing der Bundesrepublik zuständige Gesellschaft GTAI hält solche Sorgen aber für unbegründet: Ganze acht Fusionen oder Übernahmen durch Unternehmen aus der Volksrepublik zählte sie 2015.

Konkurrent

China wandelt sich vom wichtigen Kunden zum großen Konkurrenten. Mehr als jedes vierte deutsche Unternehmen zählt Firmen aus der Volksrepublik bereits zu den fünf bedeutendsten Wettbewerbern, wie eine DIHK-Umfrage unter 240 Betrieben an acht ausländischen Standorten ergab - von Frankreich bis Kasachstan. Zwei Drittel rechnen mit einer Zunahme der Konkurrenz in den kommenden fünf Jahren. Während China seine Marktanteile im weltweiten Handel von 1990 bis 2013 von 1,9 auf 11,7 Prozent erhöhte, nahm der von Deutschland von 12,4 auf 7,7 Prozent ab. Waren chinesische Unternehmen zunächst vor allem Billiganbieter, so stoßen sie jetzt zunehmend in hochwertigere Bereiche vor.

Quelle: n-tv.de, rts