Wirtschaft

Nachfolger gefunden Er ist der Neue bei Uber

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Der Expedia-Chef Khosrowshahi soll künftig das teuerste Start-up der Welt übernehmen.

(Foto: dpa)

Die Suche nach einem neuen Chef für Uber scheint zu Ende: Dara Khosrowshahi soll die Geschäfte des umstrittenen Fahrdienstleisters künftig leiten. Der Expedia-Chef gilt als cleverer Geschäftsführer.

Er soll den Fahrdienstvermittler Uber aus der Krise führen: Dara Khosrowshahi wird Berichten zufolge künftig das umstrittene Start-up leiten. Der Expedia-Chef muss dem Wechsel angeblich noch offiziell zustimmen. Der 48-Jährige übernimmt den Posten von Travis Kalanick. Investoren kritisierten zuletzt den aus ihrer Sicht chaotischen Führungsstil im Zusammenhang mit Berichten über sexuelle Belästigung und Diskriminierung vor. Kalanick verließ das Unternehmen im Juni. Seit seiner Gründung 2009 schreibt Uber rote Zahlen, trotzdem gilt es mit einem Marktwert von fast 70 Milliarden Dollar als das wertvollste Start-up der Welt.

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Khosrowshahi steht nun vor der Aufgabe, zum einen die Moral der Mitarbeiter zu verbessern, und zum anderen die aufgebrachten Investoren zu besänftigen. Er gilt im Gegensatz zu Kalanick als Silicon-Valley-Outsider. Seit zwölf Jahren leitet er das Online-Reiseunternehmen Expedia mit Sitz in Bellevue in Washington - weit weg von der Uber-Start-up-Welt.

Auf Wachstum fokussiert

Laut Für das Portal "Glassdoor" gehört Khosrowshahi in den USA zu den 40 besten Geschäftsführern. Unter seiner Führung konnte Expedia seine jährlichen Einnahmen auf knapp neun Milliarden Dollar mehr als verdoppeln. Der Gewinn lag 2016 laut Unternehmen bei über 280 Millionen Dollar. Dem Fernsehsender CNBC sagte er im Mai: "Analysten sind auf Gewinne fokussiert, ich auf Wachstum." Expedia ist in fast 70 Ländern vertreten und der größte Reiseanbieter der USA. Zum Unternehmen gehören unter anderem auch die Onlineseiten Hotels.com, Trivago, der Airbnb-Konkurrent HomeAway sowie zahlreiche Autovermietseiten. Khosrowshahis Vertrag mit Expedia geht eigentlich noch bis 2020.

Bislang ist nicht viel über Khosrowshahi bekannt. Kurz vor der Revolution kam er als Neunjähriger mit seinen Eltern aus dem Iran in die USA. Sein erster Job ist in den Ferien in einer Tankstelle. Später studierte er Elektrotechnik an der Brown Universität im US-Bundesstaat Rhode Island.

Karriere machte er jedoch vor allem im Management. Laut der Netzwerkplattform Linkedin war Khosrowshahi in der Führungsetage des US-Online-Reisekonzern IAC Travel und bei der Investmentbank Allen & Co beschäftigt. 2013 zeichnete ihn die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young als "Unternehmer des Jahres aus". Für den Posten bei Uber war er zunächst nicht vorgesehen. Erst als sich der Ex-General-Electric-Chef Jeff Immelt und die Hewlett-Packard-Chefin Meg Whitman von der Nachfolger-Liste zurückzogen, stimmte der Vorstand für den 48-Jährigen.

Khosrowshahi ist bekennender Trump-Gegner

Khosrowshahi gehört wegen hoher Aktienoptionen für seine langjährige Führungstätigkeit zu den bestbezahlten Firmenchefs in den USA. Außerdem sitzt er im Verwaltungsrat der "New York Times". Auch in seinem Verhältnis zu US-Präsident Donald Trump unterscheidet er sich maßgeblich von seinem Vorgänger Travis Kalanick. Dieser arbeitete zweitweise in Trumps Beratungsteam, was ihm viel Kritik einbrachte. Auf Twitter warfen Nutzer Kalanick unter dem Hashtag "deleteUber" vor, die Trump-Administration zu stärken.

Khosrowshahi dagegen sprach sich in der Debatte um die Einwanderungspolitik von Donald Trump mehrfach gegen eine Abschottung der USA aus. Laut CNN bezeichnete er das Einreiseverbot für Bürger aus sechs Staaten, darunter dem Iran, als "reaktionär". Auf Twitter schrieb er, die führenden Technik-Unternehmen müssten sich eingestehen, dass die Nation sich abspalte. Er möge es nicht, müsse es aber anerkennen.

*Datenschutz

Nach den Ausschreitungen in Charlottesville twitterte Khosrowshahi, er warte auf den Moment, in dem Trump die Erwartungen an sein Amt steigern und daran scheitern werde. Tage später gratulierten ihm unter diesem Post die ersten Follower zu seinem neuen Posten bei Uber.

Quelle: n-tv.de, mit dpa und rts

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