Wirtschaft

Gewinne trotz Millionenklage Facebook gehen die Alternativen aus

Facebook CEO Mark Zuckerberg is seen on stage during a town hall at Facebook's headquarters in Menlo Park, California September 27, 2015. REUTERS/Stephen Lam/File Photo

Einen guten Plan B hat Facebook-Gründer Mark Zuckerberg bisher nicht.

(Foto: REUTERS)

Ein phänomenales Quartal liegt hinter Facebook. Der Konzern legt kräftig zu. Dennoch drohen der Social-Media-Plattform künftig finanzielle Schwierigkeiten.

Die Social-Media-Plattform Facebook kann mit den neuesten Quartalszahlen ihren Platz in der IT-Branche behaupten. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 51 Prozent auf 8,81 Milliarden Dollar, der Gewinn wird mit 3,57 Milliarden Dollar beziffert, die Aktie legte nachbörslich um 2,7 Prozent zu. Analysten hatten dem Konzern von Gründer Mark Zuckerberg wesentlich weniger zugetraut.

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Doch Facebook hat ein Problem: Es gibt keinen Plan B. Zwar stieg die Zahl der aktiven Nutzer im vergangenen Quartal um 70 Millionen auf 1,86 Milliarden, was Werbekunden anlockt und Gewinne steigen lässt. Aber es mangelt dem Unternehmen an Alternativen zur Werbung. Das wird jedoch immer wichtiger: Denn die Timelines der Nutzer sind randvoll mit Anzeigen - Luft nach oben ist kaum noch.

Mit der Virtual-Reality-Brille Oculus will Facebook sich einen weiteren Wirtschaftszweig in der Technikwelt offen halten. Das Resultat ist jedoch eine Verurteilung zu einer Strafzahlung in Höhe von 500 Millionen Dollar. Geschworene im US-Bundesstaat Texas sprachen Facebook in der Nacht schuldig, im Zusammenhang mit der Oculus-Entwicklerfirma ZeniMax Geheimhaltungsabkommen verletzt zu haben.

VR-Brille wird zum Millionen-Problem

Dabei hatte Facebook die Oculus-Technologie erst 2014 für rund zwei Milliarden Dollar gekauft und seitdem mit massiven Investitionen weiterentwickelt. Konzernchefin Sheryl Sandberg kündigte an, Berufung gegen das Urteil einzulegen. Zuckerberg wies die Vorwürfe um den Diebstahl geistigen Eigentums vor Gericht entschieden zurück.

So bleiben Facebook vor allem die Werbeeinnahmen. Mit einem Anteil von 53 Prozent liefern sie das Hauptkapital der Plattform. Das entspricht einem Plus in Höhe von 8,63 Milliarden Dollar im Jahresvergleich. Auch Facebook-Tochter Instagram setzt vornehmlich auf Werbung. Allerdings hat das Werbegeschäft wenig Potenzial zum Wachstum. Facebook kann seinen Nutzern nicht unbegrenzt Werbeinhalte zumuten, ohne User zu verlieren.

Nutzerverluste drohen dem Unternehmen zudem durch Fake News. Immer wieder landen gefälschte Nachrichten auf der Plattform - meist mit politischer Intention. So sollen Akteure diskreditiert, Meinungen manipuliert oder politische Stimmungen aufgeheizt werden. Bereits im November kündigte Zuckerberg Gegenmaßnahmen an, eine komplette redaktionelle Verantwortung will Facebook aber bisher nicht übernehmen. Bei der Präsentation der jüngsten Zahlen schwieg man zu dem Thema.

 

Quelle: n-tv.de

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