Wirtschaft

"Unternehmenssektor läuft heiß" Firmen steuern auf 2,7 Grad Erderwärmung zu

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Viele Firmen wollen ihre Emissionen reduzieren. Doch laut der Studie sind die Ziele nicht ambitioniert genug.

(Foto: imago images/Future Image)

Um die Klimakatastrophe zu verhindern, muss die Erderwärmung bis zum Ende des Jahrhunderts auf weniger als zwei Grad gebremst werden. Das Ziel wird nicht erreicht, wenn die europäischen Unternehmen ihre Klimaziele wie geplant umsetzen, zeigt eine Studie.

Europäische Unternehmen steuern mit ihren derzeitigen Klimazielen und Emissionen zum Ende des Jahrhunderts auf eine globale Erderwärmung von 2,7 Grad zu. Zu diesem Ergebnis kommt das Carbon Disclosure Project (CDP), das die von Unternehmen ausgegebenen Einsparziele und weitere Daten analysiert hat. Die gemeinnützige Organisation mit Sitz in London sammelt mit standardisierten Abfragen Daten und Ziele von Unternehmen über ihre Klimaschutz-Anstrengungen und rechnet auch indirekt verursachte Emissionen ein. Mit einem jährlich veröffentlichten Index soll für Aktionäre und die Öffentlichkeit eine Vergleichbarkeit geschaffen werden.

"Der europäische Unternehmenssektor läuft heiß. Von den aktuellen Ambitionen ausgehend, ist er auf einem 2,7-Grad-Pfad der Erderwärmung - mehr als ein Grad mehr, als wir nach Ansicht der Klimawissenschaft erreichen dürfen, um die katastrophalsten Auswirkungen des Klimawandels zu vermeiden", sagte der Exekutivdirektor der Organisation, Maxfield Weiss. Allerdings sei positiv, dass immer mehr Unternehmen überhaupt einen Plan aufstellten, um ihre klimaschädlichen Emissionen zu reduzieren.

Nach aktuellem Stand haben 56 Prozent der knapp 1000 vom Carbon Disclosure Project untersuchten Unternehmen bislang eine solche Strategie. In der Analyse lässt sich erkennen, dass Unternehmen in Schweden, Dänemark und der Schweiz mit einem Unter-Zwei-Grad-Pfad noch am besten dastehen, während die Firmen in Großbritannien, Belgien und Italien mit ihren Emissionen sogar zu drei Grad Erwärmung der Erde bis zum Jahr 2100 führen würden.

Quelle: ntv.de, ino/dpa