Wirtschaft

Modellbahnbauer ist insolvent Fleischmann zieht die Notbremse

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Fleischmann will wieder unter Dampf kommen.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Beim Traditionsunternehmen Fleischmann hat der neue Eigentümer bereits mehr als 350 Stellen gestrichen. Übrig ist weniger als ein Zehntel der Belegschaft. Doch die kann die Pensionsforderungen nicht mehr begleichen. Zeit für einen harten Schnitt.

Der Modelleisenbahn-Hersteller Fleischmann hat einen Insolvenzantrag gestellt - und will auf diese Weise einen erfolgreichen Neustart hinlegen. Die bisherige Firmenführung will dabei das Unternehmen im Rahmen einer Insolvenz in Eigenverwaltung wieder aufs Gleis setzen, wie Firmensprecher Michael Prock sagte. Einen entsprechenden Antrag habe das im bayerischen Heilsbronn sitzende Unternehmen beim Amtsgericht Ansbach gestellt, teilte die Salzburger Mutterfirma Modelleisenbahn Gruppe mit und sprach von einer erforderlichen Bereinigung.

Nach Procks Angaben haben vor allem die hohen Pensionslasten zur Überschuldung geführt. "Die verbliebenen 33 Mitarbeiter von Fleischmann am Firmensitz sind nicht in der Lage, die Betriebspensionen von mehr als 600 ehemaligen Mitarbeitern zu erwirtschaften", sagte Prock. Nach der Insolvenz übernehme die Zahlungsverpflichtungen künftig der Pensions-Sicherungs-Verein PSVaG. Verhandlungen darüber waren laut Holding zuvor gescheitert. Weitere Stellenstreichungen seien nicht geplant.

Am Standort Heilsbronn werden die Fleischmann-Bahnmodelle entwickelt und konstruiert. Neben Fleischmann gehört zu der Salzburger Modelleisenbahn Gruppe auch die Firma Roco. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Münchner Anwalt Maximilian Breitling bestellt. Er werde bis zum Abschluss des Insolvenzverfahrens als Mitgeschäftsführer von Fleischmann fungieren, sagte Prock.

Fleischmann setzt nach eigenen Angaben in den Spuren H0 und N jährlich 15 Millionen Euro um, hauptsächlich in Deutschland. Die Salzburger Modelleisenbahn Gruppe hatte Fleischmann 2008 gekauft und seitdem mehr als 350 Stellen gestrichen. Zudem wurde die Produktion in Teilen nach Österreich, Rumänien und die Slowakei ausgelagert.

Quelle: ntv.de

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