Wirtschaft

Zweimonatige Schließung? Flughafen Tegel bleibt wohl geöffnet

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Auch die Busse fahren noch nach Tegel. Passagiere sind dort aber auch nicht drin.

(Foto: imago images/Jürgen Ritter)

Die Corona-Pandemie geht auch an den beiden Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld nicht spurlos vorbei: Mehr als 90 Prozent weniger Passagiere als noch vor einem Jahr lautet die Bilanz. Dennoch: Eine zweimonatige Schließung soll vorerst vom Tisch sein.

Der Flughafen Tegel in Berlin bleibt einem Bericht zufolge weiter geöffnet, obwohl das Passagieraufkommen wegen der Corona-Krise eingebrochen ist. Der Berliner "Tagesspiegel" berichtet, dass sich Berlin, Brandenburg und der Bund als Eigentümer der Flughafengesellschaft (FBB) geeinigt hätten, den Airport doch nicht für zwei Monate stillzulegen. Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup sei mit seinem Vorschlag bei den Eignern der Flughafengesellschaft Berlins, Brandenburgs und des Bundes abgeblitzt.

Viele Länder haben wegen des Coronavirus ihre Grenzen geschlossen, viele Airlines deshalb ihre Verbindungen gestrichen. An den beiden Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld lagen die Passagierzahlen zuletzt mehr als 90 Prozent unter dem Vorjahreswert. Am Sonntag wurden an beiden Airports zusammen nur 2500 Passagiere abgefertigt. Sonst sind es allein in Tegel an einem Tag zwischen 55.000 und 75.000 Fluggäste.

Zur vorübergehenden Schließung kommt es trotzdem nicht: Das Thema sei erst einmal bis Ende April vertagt, berichtet der "Tagesspiegel". Dann werde die Gesellschafterversammlung erneut beraten. Bei dem morgigen Treffen stehe das Thema nun doch nicht auf der Tagesordnung.

Keine "kritische Infrastruktur" schließen

Demnach war vor allem der Bund dagegen, in Krisenzeiten "kritische Infrastruktur" zeitweise außer Betrieb zu nehmen und den Regierungsflughafen von Tegel nach Schönefeld zu verlagern. Auch Brandenburg hatte Bedenken, Berlin war dafür.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur kalkuliert die Flughafengesellschaft mit einem Umsatzverlust von einer Million Euro pro Tag. Für ihre 2200 Beschäftigten hat sie deshalb Kurzarbeit beantragt. Durch eine Schließung wären demnach Einsparungen von sechs Millionen Euro möglich gewesen. Der Finanzbedarf liegt laut Aufsichtsratschef Rainer Bretschneider im günstigsten Fall bei einem niedrigen dreistelligen Millionenbetrag.

Eigentümer des Flughafens sind zu je 37 Prozent die Länder Berlin und Brandenburg sowie zu 26 Prozent der Bund. Die FBB betreibt den Flughafen Schönefeld und über ihre Tochtergesellschaft BFG den Flughafen Tegel. Im Jahr 2018 wurden an den beiden Flughäfen zusammen gut 34,7 Millionen Passagiere befördert. Das macht Berlin in normalen Zeiten zum drittgrößten Flughafenstandort Deutschlands.

Quelle: ntv.de, chr