Wirtschaft

"Job muss attraktiver werden" Gebäudereiniger streiken für Weihnachtsgeld

imago60782999h.jpg

Gebäudereiniger streiken. Sie fordern ein tarifliches Weihnachtsgeld.

(Foto: imago stock&people)

Eine halbe Million Menschen arbeitet in Deutschland in der gewerblichen Gebäudereinigung, reich werden die Gebäudereiniger dabei aber nicht. Nun streiken sie für ein 13. Monatsgehalt. Dabei geht es auch um Anerkennung.

Im Kampf für ein tarifliches Weihnachtsgeld hat die Gewerkschaft für Gebäudereiniger zu einem bundesweiten Warnstreik aufgerufen. Die ersten Streiks hätten um Mitternacht begonnen, teilten die Arbeitnehmervertreter mit. Bestreikt werden sollen im Laufe des Tages unter anderem Flughäfen, Krankenhäuser, Verwaltungen, Industriestandorte und Schulen. Der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks hatte die Forderung der IG BAU nach einem tariflichen Weihnachtsgeld zuletzt abgelehnt. Dabei verwiesen die Arbeitgeber auf bereits vereinbarte Lohnerhöhungen, die im Laufe des Jahres 2020 zu gleicher Bezahlung in den Tarifgebieten West und Ost führten. Daneben sei wirtschaftlich kein Spielraum für ein 13. Monatsgehalt, hieß es in einer Mitteilung.

Bislang gibt es in der Branche kein tarifliches Weihnachtsgeld. Die Gewerkschaft verlangt für die rund 450.000 gewerblichen Gebäudereiniger eine zusätzliche Zahlung von rund der Hälfte eines Monatslohns, bei längerer Betriebszugehörigkeit soll es bis zu 70 Prozent geben. Die vielen Teilzeitbeschäftigten sollten in gleicher Weise nach ihrer tatsächlichen Arbeitszeit beteiligt werden. "Wir hatten erwartet, dass die Arbeitgeber inzwischen verstanden haben: Diese Branche muss attraktiver werden. Das wird sie ganz sicher nicht mit Dumpingmethoden", erklärte Bundesvorstandsmitglied Ulrike Laux. Die Arbeitgeber seien nicht einmal bereit, über das Thema Verhandlungen aufzunehmen.

"Die Beschäftigten in der Gebäudereinigung sind sauer", so Laux. "Sie wollen endlich die Anerkennung, die sie sich verdient haben und nicht länger als Arbeitnehmer zweiter Klasse behandelt werden." Die meisten würden in der untersten Lohngruppe arbeiten. "Sie arbeiten zuverlässig und hart. Reichtümer scheffeln sie dabei nun wirklich nicht", sagte Laux weiter. Deswegen sei ein Weihnachtsgeld "als Anerkennung ihrer Leistung" für sie besonders wichtig.

Quelle: n-tv.de, ame/dpa/AFP