Wirtschaft

Großteil der Jobs erhalten German Pellets wird zerschlagen

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In Wismar werden wohl Stellen gestrichen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Für etliche Betriebe des insolventen Holzverarbeiters German Pellets geht es weiter - unter neuer Flagge. Investoren steigen in einzelnen Werken ein und übernehmen etliche Mitarbeiter.

Der insolvente Brennstoff-Hersteller German Pellets wird aufgepalten. Mehrere Werke des insolventen Holzverarbeiters German Pellets werden von Investoren übernommen. Der Finanzinvestor Metropolitan Equity Partners (MEP) aus den USA übernimmt den Betrieb in Wismar, wie Insolvenzverwalterin Bettina Schmudde mitteilte. Das Unternehmen soll in Wismar Pellets umbenannt werden. Die Werke in Ettenheim und Herbrechtingen (Baden-Württemberg) werden den Angaben zufolge durch die J. Rettenmaier & Söhne GmbH + Co KG aus Rosenberg (Baden-Württemberg) übernommen und weiter betrieben.

An allen drei Standorten sollen fast alle Arbeitsplätze in der Produktion von Holzpellets zum Heizen und für Tierstreu erhalten bleiben. In Wismar werde es aber in der Verwaltung zu Personalanpassungen kommen. Zu den Kaufpreisen wurden keine Angaben gemacht. Die Verhandlungen über das Werk in Torgau (Sachsen) laufen Schmudde zufolge noch. "Hier sind wir mit verschiedenen Interessenten im Gespräch", sagte sie. Der Abschluss einer Vereinbarung werde noch im Mai erwartet.

Anleihen-Zeichner gehen leer aus

Schmudde hat damit ihr Ziel erreicht, mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens zum 1. Mai das Kerngeschäft in neue Hände zu geben. German Pellets hatte im Februar Insolvenz angemeldet, nachdem die Umschuldung einer zum 1. April fälligen Anleihe misslungen war. Davon betroffen ist eine fünfstellige Zahl von Anlegern. Die Zeichner von Genussrechten und hochverzinsten Anleihen - mehr als 200 Millionen Euro - dürften trotz des Verkaufs leer ausgehen. In den USA hatte German Pellets bei Investoren weitere 550 Millionen Dollar eingesammelt.

Die 2005 gegründete Firmengruppe German Pellets mit Standorten in Deutschland, Österreich, Belgien und den USA beschäftigte zuletzt rund 600 Mitarbeiter, davon 150 in Wismar. Das weitverzweigte Firmennetz zählte mehr als 20 Tochtergesellschaften. Dazu gehörte auch das erst im Januar gekaufte belgische Kohlekraftwerk in Langerlo. Die Verhandlungen für eine Übernahme des Kraftwerks durch einen neuen Investor werden unter Einbeziehung der belgischen Regierung fortgeführt, wie die Insolvenzverwalterin erklärte.

Für German Pellets war im Februar Insolvenz angemeldet worden. Am gestrigen Sonntag (1. Mai) eröffnete Schmudde zufolge das Amtsgericht Schwerin das Insolvenzverfahren über das Vermögen der German Pellets GmbH und weiterer Gesellschaften der Gruppe. Am selben Tag habe sie als Insolvenzverwalterin Verträge mit den Investoren abgeschlossen, womit die Fortführung von bedeutenden Teilen der Gruppe gewährleistet sei. Vor Vollzug der Verträge müssten noch verschiedene Bedingungen erfüllt werden. Bis dahin werde der Geschäftsbetrieb unter Leitung der Insolvenzverwalterin weitergeführt.

German Pellets, nach eigenen Angaben einst weltweit größter Produzent und Händler von Holzschnitzeln zum Heizen, hatte seine Expansion maßgeblich mit Anleihen finanziert und soll bei Anlegern mit mehr als 220 Millionen Euro in der Schuld stehen. Dazu kommen Verbindlichkeiten für Unternehmungen in den USA.

Quelle: n-tv.de, jwu/dpa/rts

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