Wirtschaft

Vorsprung durch Militär-Technologie? Google wirbt Darpa-Chefin ab

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Mythos "Google X": Woran forschen Sergey Brins Experten?

(Foto: REUTERS)

Seit Jahrzehnten forscht die sagenumwobene Agentur Darpa nach neuen Technologien für das US-Militär. Jetzt wechselt die Darpa-Chefin Dugan überraschend zu Google. Was hat der Internet-Riese mit ihr vor? Die Gerüchteküche kocht.

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Kennt das strategische Potenzial entfesselter Kreativität: Regina Dugan.

(Foto: www.darpa.mil)

Der US-Internet-Konzern Google bekommt einen ranghohen Neuzugang mit Erfahrung in modernster Militärforschung. Die Chefin der Pentagon-Agentur Darpa, Regina Dugan, wechsele zu dem Internet-Konzern, bestätigte ein Sprecher entsprechende Berichte von "Wired" und "All Things Digital".

Google arbeitet schon seit langem an verschiedenen Zukunftstechnologien. Darunter tauchen immer wieder auch Projekte auf, die für ein Online-Werbe-Unternehmen eher abseitig wirken wie zum Beispiel selbstfahrende Autos. Der Bereich, der intern angeblich den Codenamen "Google X" trägt, wird laut Medienberichten von Mitgründer Sergey Brin betreut.

Die staatliche Agentur Darpa (Defense Advanced Research Projects Agency) war Ende der 50 Jahre von der US-Regierung als Reaktion auf den Start des ersten gegründet worden. Sie sollte verhindern, dass die USA von Technik-Fortschritten der Gegenseite überrascht werden oder im weltweiten Rüstungswettlauf technologisch zurückfallen. Hauptaufgabe der Agentur ist die Entwicklung zukunftsträchtiger Technologien, die dem US-Militär zugutekommen können.

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Darpa war unter anderem eine Wiege für moderne Computernetze: Das Arpanet war in den 70er Jahren der Vorläufer des Internets. Zu den heutigen Projekten gehören Militär-Roboter, intelligente Überwachungssysteme und Raketentechnologie. Außerdem führte die Darpa mehrere Wettbewerbe für selbstfahrende Roboter-Autos durch, bei denen das heutige Google-Team um Sebastian Thrun erfolgreich war.

Welche Position Dugan bei Google einnehmen soll, wollte Google zunächst nicht bekannt geben. Die 48-Jährige stand seit Sommer 2009 als erste Frau an der Darpa-Spitze. Schon in den 90er Jahren hatte sie für die einflussreiche und in Technikreisen viel beachtete Agentur als Projektmanagerin gearbeitet.

Vor einem Jahr sorgte ein "Wired"-Bericht für Aufsehen, der enthüllte, dass einige Darpa-Aufträge an die Spezialfirma RedX Defense vergeben wurden, an der Dugan noch beteiligt ist. Sie rechtfertigte es damit, dass das Know-how des Unternehmens zum Aufspüren von Sprengsätzen einzigartig sei. Das Pentagon leitete eine Prüfung der Auftragsvergabe-Praxis ein.

Kostspielige Grundlagenforschung

Zugleich wurde Dugan für strikte Kostendisziplin bei der oft für extrem teure und gewagte Projekte bekannten Darpa gelobt. Ihr eilt auch der Ruf einer anspruchsvollen Chefin voraus, die die Kreativität ihrer Mitarbeiter entfesseln könne.

Zu ihren Schwerpunkten bei der Darpa gehörten Cybersicherheit und die Stärkung der Produktion in den USA. Dugan zeigte sich wiederholt besorgt, dass Amerika alles Mögliche im Ausland produzieren lasse und dadurch wichtige Fähigkeiten für die Zukunft verliere. Im laufenden US-Wahlkampf dürfte sie mit solchen Thesen angesichts der Lage am US-Jobmotor springt an ein breites Echo auslösen.

Dugans Sprecher sagte "Wired", sie habe das Angebot eines so "innovativen Unternehmens" wie Google nicht ausschlagen können. Mit der Prüfung der Auftragsvergaben habe die Entscheidung nichts zu tun.

Die innersten Geheimnisse von Google

"Google X" ist laut einem Bericht der "New York Times" ein von strikter Geheimhaltung umgebener Bereich des Internet-Konzerns. Viele Google-Mitarbeiter wüssten angeblich nicht einmal, dass es ihn überhaupt gibt. Geforscht werde dort zu allen möglichen futuristischen Ideen, bis hin zu Weltraumaufzügen.

Die Darpa-Forschung stand dank unvoreingenommener Grundlagenforschung und großzügiger Mittelvergabe am Anfang diverser heutiger Technologien wie Tarnkappen-Flugzeuge und GPS-Navigation. Zugleich soll sich die Agentur im Kalten Krieg mit teuren Projekten wie telepathische Kriegsführung oder "mechanische Elefanten" für unwegsames Gelände verrannt haben.

Darpa-Schöpfungen spielten auch eine Rolle in verschiedenen Verschwörungstheorien, zum Beispiel über angebliche hochgeheime Forschung zu bislang fernab jeglicher Realität liegenden Themen wie Zeitreisen und Teleportation.

Quelle: n-tv.de, mmo/dpa

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