Wirtschaft

Rekordarbeitslosigkeit in Eurozone "Grexit" verschärft Situation

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Lange Schlangen, die noch länger werden könnten.

(Foto: REUTERS)

Arbeitslosenquoten weit jenseits der 20 Prozent in Spanien und Griechenland: Die Euro-Krise schlägt auch im Juli voll durch. Die Situation könnte sich zudem noch deutlich verschärfen: Bei einem Austritt Griechenlands aus der Eurozone erwarten Arbeitsmarktexperten etwa in Spanien eine Jugendarbeitslosenquote von mehr als 50 Prozent. Auch in Deutschland würden die Zahlen spürbar steigen.

In der Eurozone bleibt die Situation auf dem Arbeitsmarkt mehr als angespannt und auf einem Rekordnvieau. Gleichzeitig droht bei einem Austritt Griechenlands aus der Währungsgemeinschaft Experten zufolge noch eine drastische Verschärfung der Situation. Falls Athen aus der Eurozone austreten sollte, würde sich in Deutschland beispielsweise die Quote bis 2015 auf 9 Prozent erhöhen, prophezeite der Volkswirt Ekkehard Ernst von der International Labour Organization (Ilo) der "Süddeutschen Zeitung". Dort werde sie über Jahre verharren.

Im August lag die Quote in Deutschland bei 6,8 Prozent. Im Durchschnitt der 17 Euro-Staaten würde sie von 10 Prozent Ende vergangenen Jahres auf 13 Prozent steigen, sagte Ernst weiter.

Spanien könnte es hart treffen

Nach den Berechnungen des Ilo-Experten würde ein griechischer Ausstieg aus der Eurozone besonders dramatische Konsequenzen für die ohnehin schon von der Krise geschüttelten Länder Spanien und Portugal mit sich bringen. So prognostizierte Ernst für diesen Fall in Spanien 2014 eine Arbeitslosenquote von 27,7 Prozent und eine Jugendarbeitslosigkeit von 51,3 Prozent.

Weit größer wären nach den Ilo-Berechnungen die Auswirkungen eines vollständigen Auseinanderbrechens der Eurozone. Nach der Prognose der Arbeitsorganisation würde die Arbeitslosenquote in Deutschland 2014 dann sogar auf 11,3 Prozent steigen. Frankreich müsste annähernd 17 Prozent Arbeitslosigkeit ertragen, Spanien sogar einen Wert von 36,9 Prozent.

18 Millionen Arbeitslose in Eurozone

Im August lag sie nach jüngsten Veröffentlichungen des Europäischen Statistikamtes Eurostat für Spanien bei 25,1 Prozent. Griechenlands aktuellste Daten stammen aus dem Mai: 23,1 Prozent.

Innerhalb der Eurozone verharrte die saisonbereinigte Arbeitslosenquote auf dem revidierten Vormonatsniveau von 11,3 Prozent, wie Eurostat weiter mitteilte. Für Juni war vorläufig eine Quote von 11,2 Prozent ausgewiesen worden. Im Vorjahresmonat hatte die Arbeitslosenquote im Euroraum 10,1 Prozent betragen. In der gesamten EU-27 stellte sich die Arbeitslosenquote auf 10,4 Prozent und blieb damit gegenüber dem Vormonat ebenfalls unverändert.

Nach Schätzungen der Statistiker waren im Juli in der Eurozone 18,0 Millionen Menschen und in der gesamten EU 25,25 Millionen Menschen arbeitslos. Bei den Eurostat-Zahlen handelt es sich um saisonbereinigte Daten, die gemäß den Ilo-Kriterien ermittelt werden.

Quelle: n-tv.de, bad/DJ/dpa

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