Wirtschaft

Auch Wiesn-Brezn betroffen Hygienemängel in Bäckereien

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Keine bemängelte Wiesn-Brezel soll die Bäckerei verlassen haben.

(Foto: dpa)

Der Hygieneskandal bei Müller-Brot schlug bundesweit hohe Wellen. Nur rund ein dreiviertel Jahr nach Schließung der Müller-Fabrik sind jetzt Mängel bei einer anderen bayerischen Großbäckerei bekanntgeworden. Und auch bei Müller-Brot steht nicht alles zum Besten, hier gibt es ausgerechnet Probleme bei den Wiesn-Brezn.

Nach dem Skandal bei Müller-Brot haben die Behörden erneut bei einer bayerischen Großbäckerei Hygienemängel festgestellt. Wie ein Sprecher des Landshuter Landratsamtes erklärte, wurden bei einer Kontrolle Defizite in verschiedenen Bereichen des Unternehmens entdeckt. Pikant an dem Fall: Von den Problemen in der Backfabrik in Altdorf bei Landshut sind auch Oktoberfest-Brezeln von Müller-Brot betroffen.

Der Sprecher der neuen Filialnetz-Eigentümer der seit sieben Monaten insolventen Neufahrner Müller-Brotfabrik bestätigte, dass in dem kontrollierten Betrieb auch die "Müller-Brezn" hergestellt werden. Laut dem Sprecher der Landshuter Kreisbehörde gab es in der Großbäckerei auch bei der Dokumentation Probleme. Nun werde ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet. Um welche Hygienemängel es sich konkret handelte, wurde zunächst weder von den Behörden noch vom Unternehmen bekanntgegeben.

Verbrauchersicherheit nicht gefährdet

Die Bäckerei-Konditorei Heinz KG selbst berichtete, die Herstellung an den Standorten Altdorf und Gündlkofen sei nach der Überprüfung durch Kontrolleure des Landkreises und des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen am Freitag vorübergehend gestoppt worden. Bereits am Samstag seien aber wieder alle Produktionslinien in Betrieb gewesen. "Selbstverständlich haben wir sofort alle erforderlichen Maßnahmen ergriffen", erklärte Bäckermeister Reinhard Heinz.

Die Waren aus Altdorf seien gar nicht erst in den Verkauf gelangt, die in fünf Tagen hergestellten Waren aus Gündlkofen seien zurückgerufen worden. Die Produkte hätten nicht "die Verbrauchersicherheit gefährdet", sagte Heinz.

Bei Müller-Brot hieß es, nicht eine ihrer Brezeln habe in dem fraglichen Zeitraum die Bäckerei verlassen. Der Sprecher der Müller-Brot-Filialen erläuterte, die heutigen Inhaber der Bäckerei- Läden, Evi Müller und Franz Höflinger, hätten darauf gedrungen, dass alle Mängel in Altdorf sofort abgestellt werden. Vor einer Woche hatten Müller und Höflinger mitgeteilt, dass sie nahe Landshut mit eigenen Bäckern "nach unseren eigenen Rezepten unsere eigenen Wiesn-Brezn" backen. Fürs Münchner Oktoberfest würden rund eine halbe Million Brezn produziert. Zur Herstellung dieser Menge sind aber auch andere Bäckereien im Großraum München für Müller-Brot tätig.

Im Januar war Müller-Brot (Landkreis Freising) nach Ungezieferbefall geschlossen worden, kurze Zeit später musste die Fabrik mit 1250 Mitarbeitern Insolvenz anmelden. Evi Müller und ihr Geschäftspartner Höflinger übernahmen später die Müller-Filialen.

Die Großbäckerei Heinz stellt nach eigenen Angaben mit 250 Mitarbeitern an drei Standorten rund 220.000 frische und tiefgefrorene Backwaren pro Tag her und beliefert bundesweit auch Hotels und Restaurants. Daneben verkauft das 1960 gegründete Unternehmen die Waren in 23 eigenen Filialen. Im Bereich des Großhandels hat die niederbayerische Großbäckerei etwa 250 Kunden.

Quelle: n-tv.de, dpa

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