Wirtschaft
Hyundai ist in Deutschland auf dem Vormarsch.
Hyundai ist in Deutschland auf dem Vormarsch.(Foto: REUTERS)
Freitag, 02. März 2012

Deutsche Autonachfrage stagniert: Hyundai und Porsche geben Gas

Die Neuzulassungen auf dem deutschen Automarkt stagnieren. Dennoch bleiben die inländischen Hersteller die Gewinner. Ihr Marktanteil klettert auf 70 Prozent, allein auf VW entfallen 23 Prozent. Auf dem Vormarsch ist auch Hyundai. Dagegen büßt Toyota deutlich an Boden ein.

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Der deutsche Automarkt ist im Februar nicht von der Stelle gekommen. Mit 224.300 neuen Pkw auf den Straßen lagen die Neuzulassungen exakt auf dem gleichen Niveau wie im Februar vor einem Jahr, wie das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) itteilte. Für die ersten zwei Monate ergibt sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein kleines Minus von 0,2 Prozent.

Von den größeren Marken sind Mercedes (plus 10,7 Prozent), Skoda (plus 7,1 Prozent) und Audi (plus 4,6 Prozent) gut ins Jahr gestartet, ebenso wie die Kleinwagenmarke Hyundai (plus 19,3 Prozent) und der Sportwagenbauer Porsche (plus 24,5 Prozent). Unter den Verlierern der ersten beiden Monate finden sich Renault/Dacia mit einem Rückgang von 19,3 Prozent und Toyota/Lexus mit minus 13,1 Prozent.

Flottengeschäft als Taktgeber

Der Verband der internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) sieht den stabilen Markt positiv. Dass der Absatz trotz schwächelnder Konjunktur nicht sank, begründete VDIK-Präsident Volker Lange mit einer guten Nachfrage im Flottengeschäft: "Im Februar 2012 gehen die privaten Zulassungen zurück, während der Flottenmarkt und damit die gewerblichen Zulassungen klare Zeichen setzen und die fehlenden Privatzulassungen ausgleichen." Auch die kalten Temperaturen der vergangenen Wochen hätten dazu beigetragen, dass Käufer ihren Gang ins Autohaus auf die kommenden Monate verschoben hätten.

Während die Importeure einen Rückgang um sieben Prozent hinnehmen mussten, konnten die deutschen Konzernmarken ihren Inlandsabsatz um drei Prozent auf 157 700 Neufahrzeuge steigern. Ihr Marktanteil erhöhte sich um zwei Prozentpunkte auf über 70 Prozent, davon entfallen allein 23 Prozent auf VW.

USA bleibt Zugpferd

"Die Entwicklung des Inlandsmarktes bestätigt unsere Erwartungen. Wir halten Kurs und bauen mit unseren effizienten und attraktiven neuen Modellen unsere starke Position auf dem Heimatmarkt aus", sagte Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA). Die weiterhin positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt biete zusätzlich Perspektive.

Allerdings könne sich die deutsche Automobilindustrie nicht mehr vollständig von der schwachen Marktlage in Teilen Westeuropas abkoppeln. So ging der Pkw-Export im Februar um sechs Prozent auf 379.500 Einheiten zurück. Dieser Rückgang geht allerdings zu einem erheblichen Teil auf statistische Effekte zurück. Sehr erfolgreich lief es dagegen für die deutschen Hersteller in den USA, wo sie den Pkw-Absatz um rund ein Drittel steigern konnten.

Bei den Amerikanern stehen deutsche Autos derzeit hoch im Kurs. Besonders Volkswagen preschte weiter vor: Der Konzern wurde auf dem wichtigen Markt 43 Prozent mehr Autos seiner Stammmarke VW los. Es sei der beste Februar seit 1973 gewesen, erklärte VW.

Mercedes-Benz vermeldete sogar den besten Februar aller Zeiten. Die Marke mit dem Stern legte samt der Kleinstwagen-Tochter Smart und der Sprinter-Transporter um 22 Prozent zu. Erzrivale BMW erhöhte seine Verkäufe um 32 Prozent, wobei insbesondere die Mini-Kleinwagen gefragt waren wie selten.

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Quelle: n-tv.de