Wirtschaft

Dow Jones im Minus Inflationsdaten stützen Wall Street nicht

b73c8e2a7f3e3e89fd455cc6a9520c56.jpg

Der Anschub durch die Inflationsdaten blieb aus.

(Foto: AP)

Die Verbraucherpreise in den USA verzeichnen im August zwar einen geringeren Anstieg als erwartet. Trotzdem reagiert die Wall Street am Ende des Tages mit Kursverlusten. Auch der deutsche Impfstoff-Hersteller Curevac ist unter den Verlierern.

Die mit Spannung erwarteten Inflationsdaten aus den USA haben den Notierungen an der Wall Street keinen Anschub verliehen. Zwar sind die Verbraucherpreise im August auf hohem Niveau nicht ganz so stark gestiegen wie erwartet. Das sorgte allerdings nur in den ersten Handelsminuten für leichte Kursgewinne. Anschließend drehte der Leitindex Dow Jones Industrial ins Minus, weitete die Verluste aus und fiel auf den tiefsten Stand seit fast zwei Monaten. Am Ende stand für den Dow ein Abschlag von 0,84 Prozent auf 34.577,57 Punkte zu Buche.

Der breiter gefasste S&P 500 verlor 0,57 Prozent auf 4443,05 Zähler. Der technologielastige Nasdaq 100 hielt sich mit einem Minus von 0,33 Prozent auf 15.382,90 Punkten etwas besser. "Die Inflationsrate ging marginal zurück", merkte Volkswirt Bernd Krampen von der Landesbank NordLB an. Die Preistreiber der vergangenen Monate wie Gebrauchtwagen, Hotelübernachtungen und Flüge hätten "eine gewisse Normalisierung erfahren". Allerdings hielten Güterengpässe, Lieferunterbrechungen, Hafenschließungen und der Mangel an Containern den Preisdruck insgesamt hoch, was noch länger anhalten dürfte.

Casino-Branche unter Druck

Analyst Edward Moya vom Handelshaus Oanda schrieb in einem Marktkommentar, die Unternehmen hätten steigende Erzeugerpreise nicht vollständig an die Endkonsumenten weitergegeben. Das werfe Fragen auf hinsichtlich der Profitabilität und habe die Aktienkurse im Handelsverlauf nach unten gedrückt. Schlecht kamen bei Anlegern die Quartalszahlen des SAP-Kontrahenten Oracle an. Die Analysten von JPMorgan bemängelten schwache Erträge im Geschäft mit Softwarelizenzen, während internetbasierte Angebote stark zugelegt hätten.

Apple
Apple 146,92

Oracle-Aktien büßten knapp 3 Prozent ein - nachdem sie seit Jahresbeginn um gut 37 Prozent zugelegt hatten. Apple spendiert vor dem wichtigen Weihnachtsgeschäft seinen iPhones einen schnelleren Chip und bessere Kameras. Der Apple-Aktie verhalfen die Neuheiten jedoch nicht auf die Beine. Das Papier verlor in dem schwachen Gesamtmarkt 1 Prozent.

Positiv war dagegen die Reaktion auf eine Übernahme in der Software-Branche: Der US-Softwarekonzern Intuit übernimmt den E-Mail-Vermarktungsdienstleister Mailchimp. Intuit zahlt für die Übernahme des Privatunternehmens rund 12 Milliarden US-Dollar in bar und in Aktien. Die Intuit-Papiere gewannen 2 Prozent.

Unter starken Druck geriet die Branche der Casino-Betreiber. Die Regierung der chinesischen Sonderverwaltungszone Macau will deren Geschäfte zukünftig stärker unter die Lupe nehmen, nannte zunächst aber keine Details. Macau gilt als das Las Vegas Asiens. Aktien dort agierender Casino-Konzerne wie Las Vegas Sands und Wynn Resorts brachen um jeweils rund 10 Prozent ein. MGM Resorts fielen um fast 4 Prozent.

Geringe Nachfrage belastet Curevac

Curevac
Curevac 48,54

Unter den kleineren Titeln büßten Curevac 8 Prozent ein. Wegen einer geringeren Nachfrage nach seinem Corona-Impfstoffkandidaten verkleinert das Biotech-Unternehmen das Produktionsnetz. Die US-Staatsanleihen profitierten von den Verbraucherpreisen. Der Terminkontrakt für zehnjährige Papiere (T-Note-Future) stieg um 0,22 Prozent auf 133,59 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Papiere gab entsprechend auf 1,27 Prozent nach.

Der Euro verlor im US-Handel leicht, zum US-Börsenschluss kostete die Gemeinschaftswährung 1,1806 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1814 (Montag: 1,1780) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8465 (0,8489) Euro gekostet.

Quelle: ntv.de, mbe/dpa

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.