Wirtschaft

Brief an die Mitarbeiter John Cryan: Bitte bewahren Sie Ruhe

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Deutsche-Bank-Chef John Cryan.

(Foto: REUTERS)

Der Aktienkurs befindet sich auf Talfahrt. Laut Deutsche-Bank Chef John Cryan ein Problem, das nicht hausgemacht ist. Deswegen bittet er die 100.000 Beschäftigten um Hilfe. Alle müssten sich für eine bessere Außenwahrnehmung einsetzen, heißt es in einem Schreiben.

Deutsche-Bank-Chef John Cryan hat die Mitarbeiter des Instituts dazu aufgerufen, trotz der Marktturbulenzen Ruhe zu bewahren. "Unsere Bank ist Gegenstand heftiger Spekulationen geworden, immer neue Gerüchte führen dazu, dass unser Aktienkurs inzwischen heftigen Ausschlägen unterliegt", schrieb Cryan in einem Brief, der der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt, an die rund 100.000 Beschäftigten.

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Am Markt seien Kräfte unterwegs, die das Vertrauen in Deutschlands größtes Geldhaus schwächen wollten. "Unsere Aufgabe ist es nun dafür zu sorgen, dass diese verzerrte Außenwahrnehmung unser Tagesgeschäft nicht stärker beeinflusst." Die Deutsche Bank verfüge über ein starkes Fundament, erklärte Cryan. "Wir erfüllen alle aktuellen Eigenkapitalanforderungen und sind bei unserem Umbau im Plan."

Die Markt- und Kreditrisiken seien in den vergangenen Jahren deutlich reduziert worden. "Zu keinem Zeitpunkt in den vergangenen zwei Jahrzehnten war die Deutsche Bank, was ihre Bilanz angeht, so sicher wie heute." Mit Liquiditätsreserven von mehr als 215 Milliarden Euro habe die Bank "einen überaus komfortablen Puffer."

Woher kommt Druck auf Aktienkurs?

Berichte, dass einige Hedgefonds-Kunden das Institut verlassen hätten, sorgten zu Unrecht für Unruhe. Insgesamt habe die Deutsche Bank mehr als 20 Millionen Kunden. "Auch die Ungewissheit über den Ausgang unseres Rechtsverfahrens in den Vereinigten Staaten ist kein Grund für diesen Druck auf unseren Aktienkurs, wenn wir die Vergleiche direkter Wettbewerber als Grundlage nehmen", schrieb Cryan.

Das US-Justizministerium hat für die Deutsche Bank wegen Tricksereien auf dem amerikanischen Immobilienmarkt eine Strafe von 14 Milliarden Dollar aufgerufen. Experten und die Bank selbst gehen jedoch davon aus, dass diese Summe im Zuge der Verhandlungen noch deutlich gedrückt werden kann.   

Quelle: ntv.de, kpi/rts