Wirtschaft

Anleger schielen Richtung Fed Kauflaune an der Wall Street verblasst

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Die Pläne der Fed sind der große Unsicherheitsfaktor.

(Foto: AP)

Nach einem starken Vortag geht der jüngsten Rallye an der Wall Street schon wieder die Puste aus. Viele Anleger rätseln, wie stark die US-Notenbank die Zinsen im September erhöhen will. Auf dem Aktienmarkt überwiegt daher Zurückhaltung.

An der Wall Street haben sich die Anleger nach den jüngsten Kursgewinnen nur zögerlich aus der Deckung gewagt. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte stieg um 0,1 Prozent auf 33.337 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 verzeichnete ein Minus von 0,1 Prozent und der Index der Technologiebörse Nasdaq fiel um 0,6 Prozent.

Anleger rätselten, wie stark die US-Notenbank Fed auf der nächsten Sitzung im September die Zinsen erhöht. "Die Abschwächung des Verbraucherpreisindex in den USA hat die Befürchtungen vor zu aggressiven Maßnahmen der US-Notenbank zwar verringert, bedeutet allerdings für die Geldpolitik keine entscheidende Wende, denn die hauptsächlichen Faktoren für die Inflation, wie Energie- und Rohstoffpreise, bleiben hoch", sagte Paolo Zanghieri von Generali Investments. Der Experte geht von einer Zinserhöhung um 50 Basispunkte im September aus - "mit einem gewissen Risiko einer weiteren Erhöhung um 75 Basispunkte wie im Juli."

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Die US-Erzeugerpreise bestätigten für Juli den Trend einer abgeschwächten Inflationsentwicklung auf Ebene der Verbraucher: Sie kletterten im Juli um 9,8 Prozent zum Vorjahresmonat, wie das Arbeitsministerium mitteilte. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten einen Zuwachs von 10,4 Prozent auf dem Zettel, nach 11,3 Prozent im Juni. Zum Vormonat fielen die Erzeugerpreise im Juli überraschend um 0,5 Prozent. Experten hatten hier mit einem Plus von 0,2 Prozent gerechnet - nach einem Plus von 1,0 Prozent im Juni.

Der zuletzt verlangsamte Preisauftrieb im Juli hatte Spekulationen geschürt, die US-Notenbank könnte bei den Zinserhöhungen einen Gang zurückschalten. Inzwischen haben sich jedoch US-Notenbanker zu Wort gemeldet, die davor warnten, bereits den Sieg über die Inflation zu erklären. Mary Daly, die Präsidentin des Notenbank-Bezirks von San Franciscon, sagte der "Financial Times", es gebe gute Nachrichten, was die monatlichen Daten angehe. "Aber die Inflation bleibt viel zu hoch und nicht in der Nähe unseres Preisstabilitätsziels." Die Fed hatte die ausufernde Inflation zuletzt mit ungewöhnlich großen Zinsschritten bekämpft. Sie will nächsten Monat nachlegen. Der Leitzins liegt aktuell in der Spanne von 2,25 bis 2,50 Prozent.

Rohöl (Brent)
Rohöl (Brent) 89,79

Unter den Einzelwerten sorgten vor allem die Aktien von US-Medienriese Walt Disney für Gesprächsstoff. Der Konzern senkt seine langfristige Abonnentenprognose für Disney+, hält aber an seinem Gewinnziel aus dem Streaminggeschäft fest. Die Aktien legten mehr als 5 Prozent zu.

Auf der Verliererseite standen die Titel von Freizeitparkbetreiber Six Flags Entertainments, die um 20 Prozent einbrachen. Umsatz und Nettoergebnis gingen im zweiten Quartal zurück. Am Rohstoffmarkt ging es für die Ölpreise nach oben, nachdem die Internationale Energieagentur (IEA) ihre Prognose für die Ölnachfrage in diesem Jahr um 380.000 auf durchschnittlich 2,1 Millionen Barrel pro Tag angehoben hatte. Der heiße Sommer und die steigenden Gaspreise kurbeln demzufolge den Einsatz von Öl zur Stromerzeugung an. Für das Nordseeöl Brent und das US-Öl WTI ging es um bis zu 2,4 Prozent nach oben.

Quelle: ntv.de, jpe/rts

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