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Strengere Nutzungsbedingungen Kein Spotify-Abo mehr für Freunde

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Das Teilen des Abos unter Freunden kommt bei Spotify nicht gut an.

(Foto: picture alliance/dpa)

Viele Spotify-Kunden teilen mit ihren Freunden einen Familien-Account - und sparen dadurch viel Geld. Dem Musikstreamingdienst entgehen dadurch hohe Einnahmen. Neue Nutzungsbedingungen sollen das ändern.

Spotify knüpft die Nutzung seines Familien-Abonnements künftig an den Wohnsitz der Nutzer. Damit will der Musik-Streaming-Dienst verhindern, dass mehrere Nutzer sich ein Familienkonto teilen, obwohl sie nicht miteinander verwandt sind. In seinen aktualisierten Nutzungsbedingungen weist Spotify darauf hin, dass die Nutzer eines Familien-Abos Familienmitglieder sein und ihren Wohnsitz an derselben Adresse haben müssen.

Sollten die Adressen der Nutzer nicht übereinstimmen, verfalle laut Spotify die Nutzungsberechtigung für das Abo. Das Unternehmen behalte sich vor, "von Zeit zu Zeit" die Adresse zu verifizieren. Nutzer sollen demnach ihren Wohnort mithilfe der automatischen Adressensuche von Google Maps eingeben. Stimmt die Adresse mit der des Hauptnutzers nicht überein, könnte das Abo von Spotify gemäß der AGBs beendet werden.

Wie "The Verge" berichtet, ist es immer noch unklar, in welchem Ausmaß Spotify der Adressüberprüfung nachgehen und Konten kündigen wird. Fest stehe nur, dass die neuen Nutzungsbedingungen dies ausdrücklich erlauben. Fragwürdig ist auch die Vorgabe, das nur diejenigen als Familie gelten, die den gleichen Wohnort teilen.

Auch aus Sicht des Datenschutzes wirft die neue Regelung Fragen auf. Christopher Weatherhead, Technologieführer der britischen Überwachungsgruppe Privacy International, etwa kritisiert, dass Spotify durch die Adressabfrage willkürlich die Adresse von seinen Kunden nutzen könne. Außerdem sei unklar, wie häufig dies geschieht. Weiter sagt Weatherhead, die Praxis habe "besorgniserregende Auswirkungen auf den Datenschutz".

Spotify entgehen Einnahmen

Derzeit kostet ein Premium-Family-Abo bei Spotify 14,99 Euro im Monat. Teilen sich - wie maximal zulässig - sechs Nutzer ein Abo, zahlt jeder knapp 2,50 Euro. Schließt allerdings jeder einzeln ein Premium-Abo ab, zahlt er 9,99 Euro im Monat. Es lohnt sich also, einen Familien-Account zu teilen. Spotify wiederum entgehen Einnahmen, wenn sich Freunde als vermeintliche Familie für ein Abo zusammenschließen, um Geld zu sparen.

Im zweiten Quartal dieses Jahres verzeichnete das in Stockholm ansässige Unternehmen 232 Millionen monatlich aktive Nutzer und 228 Millionen Premium-Abonnenten. Wie Spotify Ende Juli mitteilte, sank der durchschnittliche Erlös pro Nutzer im Quartal um weniger als 1 Prozent auf 4,86 Euro. Im Jahresverlauf rechne der Streamingdienst mit einem weiteren Rückgang aufgrund von neuen Abonnenten mit vergünstigten Tarifen. Möglich, dass die neuen Nutzungsbedingungen diesem Trend entgegenwirken sollen.

Quelle: n-tv.de, ibu/DJ

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