Wirtschaft

Beliebt, aber gemieden Kunden gehen nur selten ins Warenhaus

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Sogar das Karstadt-Premiumhaus KaDeWe in Berlin hatte es zuletzt nicht immer einfach.

(Foto: picture alliance / dpa)

Neigt sich die Ära der Warenhäuser dem Ende entgegen? Die Probleme bei Karstadt legen diesen Schluss nahe. Auch viele Bundesbürger suchen laut einer Umfrage nur selten Kaufhäuser auf - doch ihr Verhältnis zu Kaufhof und Co. scheint widersprüchlich.

Klassische Warenhäuser wie Karstadt oder Galeria Kaufhof locken nur wenige Bürger zu regelmäßigen Besuchen. Lediglich jeder Vierte gab in einer nun veröffentlichten Umfrage an, häufig in den meist mehrstöckigen Einzelhandelsgeschäften einzukaufen. 64 Prozent erklärten in der Erhebung des Meinungsforschungsunternehmens Yougov hingegen, sie gingen nur selten in Warenhäuser. Elf Prozent gaben sogar an, nie diese Art von Geschäft aufzusuchen.

Dennoch ist gut die Hälfte der Befragten (53 Prozent) der Ansicht, dass Warenhäuser "ein wichtiger Bestandteil attraktiver Innenstädte" sind und möglichst erhalten bleiben sollten. Zur möglichen Schließung von Filialen der angeschlagenen Warenhauskette Karstadt sagten 31 Prozent, dies wäre zwar schade. Allerdings: Wenn sich das Konzept nicht rechne, müssten Standorte dichtgemacht werden.

Nur wenige glauben an das Warenhaus-Ende

Trotz der scheinbaren Abneigung der Bundesbürger gegen Warenhäuser geht es der zweiten deutschen Warenhaus-Kette Galeria Kaufhof allerdings noch gut - der Umsatz ist zuletzt leicht angestiegen. Im jüngsten Quartal in Deutschland sogar um 2,6 Prozent. Auch wirft die Tochter der Metro AG immer noch einen dreistelligen Millionengewinn ab. Karstadt hingegen steckt weiter in tiefroten Zahlen fest. Erst für das Geschäftsjahr 2016/17 rechnet das Unternehmen wieder mit Gewinnen.

Dieses uneinheitliche Bild mag auch der Grund sein, warum nur eine Minderheit von 14 Prozent der von Yougov Befragten der Meinung ist, die Zeit der großen Kaufhäuser sei definitiv vorbei. Für die Erhebung hatte Yougov insgesamt 1023 Teilnehmer interviewt.

Seit der Übernahme der Karstadt-Warenhäuser durch die Signa-Holding des österreichischen Investors René Benko vor einer Woche wird über mögliche Filialschließungen spekuliert. Am Donnerstag gab das Bundeskartellamt den Eigentümerwechsel ohne Auflagen und Bedingungen frei.

Quelle: n-tv.de, kst/AFP

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