Wirtschaft

Kredite für Corona-Hilfen Länder verschulden sich in Milliardenhöhe

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Auch bei der Neuverschuldung liegen die Ministerpräsidenten von Bayern und Nordrhein-Westfalen vorn.

(Foto: picture alliance/dpa)

Während der Corona-Pandemie schnürt nicht nur der Bund milliardenschwere Hilfspakete. Auch die einzelnen Bundesländer sind gefragt. Allein in diesem Jahr müssen sie Nachtragshaushalte in Höhe von bisher 65 Milliarden Euro beschließen. Dabei fällt die Belastung sehr unterschiedlich aus.

Mit bis zu 65 Milliarden Euro neuen Schulden werden die Bundesländer der Corona-Krise entgegenwirken. Dies habe eine Umfrage unter den 16 Landesfinanzministerien ergeben, berichtet das "Handelsblatt". Demnach will allein die CDU-FDP-Koalition in Nordrhein-Westfalen etwa im Rahmen eines Nachtragshaushalts bis zu 25 Milliarden Euro neue Verbindlichkeiten in diesem Jahr aufnehmen. Das entspricht rund 3,5 Prozent der Wirtschaftsleistung des Landes.

Nordrhein-Westfalen ist damit Spitzenreiter vor Bayern, das laut dem Bericht für das Jahr 2020 neue Schulden in Höhe von 20 Milliarden Euro plant, was 3,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts entspricht. Auf Rang drei folgt Sachsen, das bis 2022 insgesamt bis zu sechs Milliarden Euro neue Schulden aufnehmen kann.

Andere Bundesländer gehen dagegen davon aus, trotz Corona-Krise in diesem Jahr keine neuen Schulden aufnehmen zu müssen. So verlautete es insbesondere aus den Landesregierungen in Bremen und Thüringen. Auch Berlin plant derzeit mit einer schwarzen Null, wobei die Hauptstadt in den nächsten Monaten einen zweiten Nachtragshaushalt beschließen will.

Dass der Bedarf zur Verschuldung so verschieden ist, liegt vor allem daran, dass die einzelnen Bundesländer unterschiedlich schweren Belastungen in der Krise ausgesetzt sind. So liegt die Inzidenz, das heißt die Zahl der Infizierten pro 100.000 Einwohner, beispielsweise in Bayern derzeit mit 241 Fällen am höchsten, gefolgt von Baden-Württemberg (213), Saarland (204) und Hamburg (199). Bremen und Thüringen weisen dagegen eine Inzidenz von 69 beziehungsweise 67 auf.

Quelle: ntv.de, lou/dpa

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