Wirtschaft

Milliardär hält kurze Rede Lebenszeichen macht Jack Ma noch reicher

Im vergangenen Herbst verschwindet einer der reichsten Männer Chinas. Nun ist Alibaba-Gründer Jack Ma in einem kurzen Video zu sehen. Es bleibt zwar offen, wo der Milliardär sich befindet - an der Börse ist die Erleichterung aber bereits groß. Davon profitiert auch der Unternehmer.

Nach über zwei Monaten Funkstille ist der chinesische Milliardär Jack Ma wieder da: In einem im Internet verbreiteten Video ist der Alibaba-Gründer zu sehen, wie er sich anlässlich einer Veranstaltung seiner Wohltätigkeitsorganisation an Lehrer wendet. An der Börse ist die Erleichterung groß, der Aktienkurs von Alibaba schießt in Hongkong in die Höhe. Und Ma, der ein Alibaba-Aktienpaket besitzt, ist laut Bloomberg damit auf einen Schlag um rund 900 Millionen Dollar reicher.

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Insgesamt ist Ma damit dem "Milliardärsindex" zufolge knapp 53 Milliarden Dollar schwer und liegt auf Platz 25 der weltweit reichsten Menschen. Ma ist der bekannteste Unternehmer Chinas und diente als Symbol für den ökonomischen Aufstieg der Volksrepublik. Doch seit vergangenem Herbst hat er Ärger mit der kommunistischen Führung unter Staatspräsident Xi Jinping.

Ma war von der Bildfläche verschwunden, nachdem er im Oktober öffentlich die Finanzregulierungsbehörden seines Landes kritisiert hatte. Er nannte das Finanzsystem veraltet und verglich es mit den traditionellen chinesischen Pfandhäusern. Als Folge davon wurde Ma von den Behörden einbestellt. Wenige Tage später sagten die Regulierer kurzfristig den Börsengang von Ant, dem Finanzarm des Onlineriesen Alibaba, ab. Es hätte der größte Börsengang der Welt werden sollen. Dann leitete Chinas Behörde für Marktregulierung eine Untersuchung wegen möglicher "monopolistischer Praktiken" gegen Alibaba ein.

Regierung dämmt Macht der Milliardäre ein

Hintergrund des Vorgehens gegen Alibaba und Ant sind Bestrebungen der Führung des Landes, den stark gewachsenen Einfluss privater chinesischer Tech-Firmen und ihrer Gründer auf die Wirtschaft der Volksrepublik einzudämmen - Präsident Xi sieht durch sie sowohl die finanzielle als auch die politische Stabilität gefährdet.

Es bleibt derweil unklar, wo Ma sich befindet. In der Vergangenheit waren zahlreiche chinesische Milliardäre zeitweise verschwunden. Bei einigen ist ihr Verbleib bis heute unklar - andere wurden vor Gericht gestellt und in der Regel wegen Korruption zu Haftstrafen verurteilt. Wiederum andere tauchten plötzlich wieder auf, ohne öffentlich eine Erklärung für ihr Verschwinden zu liefern. Sie alle waren in Konflikt mit der Kommunistischen Partei geraten.

Es ist durchaus wahrscheinlich, dass Ma ein solches Schicksal erspart bleibt. Er lobte in dem 50-sekündigen Video die Bemühungen der Regierung zur Eindämmung der Armut und versprach selbst weitere Anstrengungen, um Lehrkräften in ländlichen Gebieten zu helfen. "Meine Kollegen und ich sind entschlossener denn je, uns der Bildung und dem Allgemeinwohl zu widmen", sagte er. China habe eine "neue Phase der Entwicklung erreicht" und bewege sich auf allgemeinen Wohlstand zu. Der Auftritt dürfte ganz im Sinne der Kommunistischen Partei gewesen sein.

Quelle: ntv.de, jga