Wirtschaft

Rüstungsriese verhandelt in Washington Lockheed trotzt der "Sparbombe"

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Teure Technik, für den Gegner nahezu unsichtbar: Das Cockpit einer "Lightning II".

(Foto: REUTERS)

Die strikten Sparbemühungen im US-Staatshaushalt können dem Rüstungsriesen Lockheed Martin auf den ersten Blick nichts anhaben. Unter dem Strich steht nach dem zweiten Quartal ein sattes Plus. Erst auf den zweiten Blick zeigen sich erste Kratzer.

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Das Geschäft mit Militärjets läuft offenbar bestens: Der US-Rüstungskonzern Lockheed Martin hat seinen Quartalsgewinn trotz der staatlichen Sparzwänge im US-Verteidigungshaushalt überraschend kräftig gesteigert.

Das Nettoergebnis legte im zweiten Quartal des laufenden Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um zehn Prozent auf 859 Mio. Dollar (653 Mio. Euro) zu, wie der derzeit größte Waffenlieferant des US-Militärs mitteilte. Zugleich hob das Unternehmen seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr um vier Prozent an.

Die Konzernführung am Sitz in Bethesda nahe der US-Hauptstadt Washington, D.C. zeigte sich zudem zuversichtlich, schon bald die milliardenschweren Verhandlungen mit dem Verteidigungsministerium über die nächsten Lieferungen an F-35-Kampfjets erfolgreich abschließen zu können.

Lockheed beliefert die US-Luftwaffe neben dem neuen Mehrzweck-Jet F-35 ("Joint Strike Fighter"), dem Jagdflugzeug F-22 und dem einstrahligen Jagdbomber F-16 "Fighting Falcon" auch mit Aufklärungsflugzeugen, Großraumtransportern, Stealth-Maschinen und verschiedenen Lenkraketen. Neben dem Rüstungsbereich unterhält Lockheed auch Sparten für den zivilen Flugzeugbau und die Raumfahrt.

Ganz ohne Kratzer kommt die Lockheed-Zwischenbilanz allerdings nicht davon: Weil Demokraten und Republikaner in Washington über Haushaltsfragen streiten, waren zu Jahresbeginn zwangsweise Sparmaßnahmen in Kraft getreten. Die umfangreichen Pläne zur Einschränkung der Staatsausgaben wurde an der Börse unter dem Stichwort "Sparbombe" kontrovers diskutiert. Kritiker fürchteten herbe konjunkturelle Rückschläge. Vorsichtigte Beobachter sprachen von eher mittel- bis langfristigen Folgen. Die Einschnitte sollte zu einem Großteil auch die Militärausgaben betreffen.

Wie aus dem aktuellen Zwischenbericht hervorgeht, sank der Umsatz bei Lockheed Martin im abgelaufenen Vierteljahr nun um vier Prozent auf 11,4 Mrd. Dollar. Vor allem das Raumfahrtgeschäft lief schlechter. Hier machen sich offenbar die Einsparbemühungen der US-Budgetplaner derzeit offenbar am stärksten bemerkbar. Die Lockheed-Aktie zog im frühen Handel an der Wall Street um rund drei Prozent an.

Quelle: ntv.de, mmo/dpa/rts

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