Wirtschaft

Nach Rausschmiss wegen Affäre McDonald's-Chef kriegt Millionenabfindung

Wegen einer Beziehung innerhalb der Firma muss McDonald's-Chef Easterbrook seinen Schreibtisch räumen. Für seinen Abgang erhält der Brite jedoch eine stattliche Abfindung. Dafür muss sich der 52-Jährige allerdings auch an einige Regeln halten.

Das dürfte Steve Easterbrook den Rauswurf bei der Fastfoodkette McDonald's doch erheblich versüßen: Wie das Unternehmen mitteilte, erhält der wegen einer Affäre geschasste Vorstandsvorsitzende eine Abfindung in Höhe von 675.000 Dollar, rund 607.000 Euro. Zudem darf der 52-Jährige sein Aktienpaket im Wert von mehr als 37 Millionen Dollar (rund 33 Millionen Euro), behalten.

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Die Trennungsvereinbarung beinhaltet für Easterbrook eine umfassende Verschwiegenheitspflicht. So ist es dem 52-Jährigen in den kommenden fünf Jahren verboten, Artikel oder Bücher über seine Arbeit zu veröffentlichen. Zudem darf Easterbrook in den nächsten zwei Jahren keine McDonald's-Mitarbeiter abwerben. Auch die Arbeit für ein anderen Fast-Food-Unternehmen ist ihm bis 2021 untersagt.

Easterbrook war am Sonntag wegen einer Beziehung mit einer dienstlich ihm unterstellten Person entlassen worden. Mit der Beziehung habe er "schlechtes Urteilsvermögen" an den Tag gelegt und gegen Vorschriften der Firma verstoßen, begründete die Fastfoodkette die Entscheidung des Aufsichtsrats. Der Konzern ließ offen, ob der Brite mit einem Mann oder einer Frau liiert war. Die Beziehung soll aber einvernehmlich gewesen sein.

Easterbrook spricht von Fehler

In einer Mail an seine Mitarbeiter bezeichnete Easterbrook die Beziehung als Fehler. "In Anbetracht der Werte des Unternehmens bin ich auch der Meinung des Aufsichtsrats, dass es für mich Zeit ist weiterzuziehen", schrieb der Manager. Zusammen mit Easterbrook verlässt auch Personalchef David Fairhurst das Unternehmen. Fairhurst gilt als Vertrauter von Easterbrook und arbeitete mit ihm lange bei McDonald's in Großbritannien. Zum Abgang des Personalchefs nannte der Konzern keine weiteren Details.

McDonalds hatte seine Investoren unter Easterbrooks Führung zuletzt eher enttäuscht. Im dritten Quartal war der Gewinn verglichen mit dem Vorjahreswert um zwei Prozent auf 1,6 Milliarden Dollar, rund 1,4 Milliarden Euro, gesunken. Nach Bekanntwerden der Affäre gaben die Aktien des Unternehmens am Montag um drei Prozent nach. Künftig soll der bisherige US-Chef Chris Kempczinski den Konzern leiten.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa