Wirtschaft

Peking soll sich an Eurorettung beteiligen Merkel will an Chinas Geld

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China hat Probleme, für seine großen Devisenreserven sinnvolle Anlagemöglichkeiten zu finden.

(Foto: REUTERS)

In China lagern ungenutzte Devisenreserven, während in Europa an allen Enden Investitionsmittel fehlen. Die deutsche Regierung stattet Peking nun einen Besuch ab – und wirbt um Investitionen im Euro-Raum. Mit seinem Geld solle China den überschuldeten Ländern wie Griechenland, Spanien und Italien Luft zum Atmen verschaffen.

Wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel am Ende der Woche nach China fliegt, tut sie das auch, um sich Unterstützung bei der Bewältigung der Euro-Krise zu sichern. Aus dem engsten Umfeld der Kanzlerin heißt es, Merkel wolle für ein verstärktes "Engagement" Chinas in Europa werben. Dabei geht es auch um den Aufkauf von Staatsanleihen – diese könnten angesichts der hohen Zinsen ein interessantes Investment sein.

China hat Mühe, seine über 3 Billionen US-Dollar an Devisenreserven sinnvoll anzulegen. Aus Sicht der Europäer wären solche Investitionen hoch willkommen, da sie die Zinsen senken könnten, zu denen Staaten wie Griechenland, Spanien und Italien Kredite aufnehmen.

In den Regierungskreisen wurde darauf verwiesen, wie sehr sich China bereits jetzt für die überschuldeten europäischen Staaten einsetzt. So habe das Land seine Anteile am Internationalen Währungsfonds IWF um 43 Mrd. US-Dollar aufgestockt und spiele auch politisch im IWF eine wichtige Rolle. China besitzt auch griechische Staatsanleihen und trug den Schuldenschnitt im Frühjahr dieses Jahres mit. In welcher Größenordnung China in andere europäische Staatsanleihen investiert ist, sei nicht bekannt.

Airbus hofft auf neue Großaufträge

Zudem wurde angedeutet, dass China in Anleihen des Rettungsfonds EFSF investiert hat. Explizit wies ein Merkel-Vertrauter darauf hin, dass China lässt Eurozone zappeln war. Das Geld, das der Fonds über diese Anleihen einnimmt, kann dazu verwendet werden, Staatsanleihen von Euro-Staaten zu kaufen. China habe wegen seiner engen wirtschaftlichen Beziehungen nach Europa, vor allem nach Deutschland, ein starkes Interesse am Fortbestand des Euro.

Angela Merkel wird am Donnerstag gemeinsam mit sieben Bundesministern und zwei Staatssekretären in China erwartet. Im Zuge der zweiten deutsch-chinesischen Regierungskonsultationen wollen sich die Regierungen über etliche Themen austauschen. Genannt wurden unter anderem die Nachhaltigkeit in Chinas Wirtschaft, die Situation von Minderheiten und Wanderarbeitern und das iranische Atomprogramm. Auch die China verteidigt sich in China werden demnach auf der Tagesordnung sein.

Die Regierung wird von einer hochrangigen Delegation aus 20 deutschen Unternehmen begleitet, wozu auch Airbus gehören wird. Das Unternehmen erhofft sich weitere Aufträge für sein Werk in Tianjin, das die Kanzlerin am Freitag besuchen wird.

Quelle: n-tv.de

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