Wirtschaft

Urgestein mit neuen Zielen Motorola braucht Google

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Motorola Droid Razr: alter Name als Erinnerung an bessere Zeiten?

(Foto: Motorola/kwe)

Mit schwachen Zahlen schließt Motorola sein Kapital der Eigenständigkeit ab. Der einstige Handy-Vorreiter kämpft mit rückläufigen Umsätzen und Verlusten. Unter dem Dach von Google soll alles wieder besser werden. Das Ziel ist bereits ausgegeben: Angriff auf Apple.

Kurz vor der Übernahme durch Google sieht es beim traditionsreichen Handyhersteller Motorola trübe aus. Im Schlussquartal rutschte das Unternehmen zum wiederholten Male in die roten Zahlen und schrieb einen Verlust von unterm Strich 80 Mio. Dollar (61 Mio. Euro). Im Vorjahreszeitraum hatte Motorola noch den gleichen Betrag verdient. Im Gesamtjahr summierte sich der Verlust auf 249 Mio. Dollar.

Die Zahlen gab Motorola Mobility bekannt. Schon vor zwei Wochen hatte das Management aber die Verkäufe veröffentlicht: Im Quartal wurde Motorola nur noch 10,5 Millionen mobile Geräte los nach 11,3 Millionen im Vorjahreszeitraum. Zuletzt waren 5,3 Millionen Smartphones darunter und 200.000 Tablet-Computer. Zum Vergleich: Apple hatte im gleichen Zeitraum 37 Millionen seiner iPhones abgesetzt und mehr als 15 Millionen iPads. Samsung kam auf 35 Millionen. Dagegen steckt Nokia auch in einer Krise.

Apple als Angriffspunkt

Trotz der Probleme blättert der Internetkonzern Google 12,5 Mrd. Dollar für Motorola hin, um damit seinen Vorstoß ins Smartphone-Geschäft abzusichern. Das Branchen-Urgestein verfügt über Tausende Patente, die Google in Auseinandersetzungen mit Apple oder Microsoft über sein Smartphone-Betriebssystem Android gut gebrauchen kann. Erst jüngst hat Motorola mit einer neuen US-Klage das iPhone 4S und den Online-Speicherdienst iCloud ins Visier genommen.

Beobachter gehen davon aus, dass Google die Klage zumindest abgesegnet hat, auch wenn Motorola offiziell noch eigenständig ist. Die Übernahme sollte eigentlich zum Jahreswechsel in trockenen Tüchern sein, doch die Wettbewerbshüter prüfen den Deal sehr akribisch, da Google seine Stellung im Smartphone-Geschäft weiter ausbauen würde. Android-Handys sind beliebter als Apples iPhone. Motorola rechnet nun mit einem Abschluss im Frühjahr.

Quelle: ntv.de, dpa/rts