Wirtschaft

Schock für Chinas Solarbranche LDK Solar brechen 30 Prozent ein

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LDK Solar ist der weltweit größte Hersteller von Wafern.

(Foto: REUTERS)

Deutsche Solarfirmen leiden unter der chinesischen Konkurrenz. Aber auch die Unternehmen im Reich der Mitte geraten in Bedrängnis. Nach Suntech steckt auch LDK Solar in finanziellen Schwierigkeiten, sodass eine Anleihe nicht vollständig bedient werden kann. Die Anleger reagieren prompt.

Vor wenigen Wochen lassen Finanzschwierigkeiten des chinesischen Solar-Schwergewichts Suntech weltweit aufhorchen. Die Aktien des vor allem als Trikotsponsor des Fußball-Bundesligisten TSG Hoffenheim bekannten Unternehmens, 2011 der weltgrößte Solarkonzern, brachen deutlich ein. Nun sind es die Papiere von LDK Solar, deren Kurs deutlich wegsackt. Die in Deutschland gehandelten Anteilsscheine des weltgrößten Herstellers von Wafern, aus denen Solarzellen hergestellt werden, büßten im Tagesverlauf rund 30 Prozent ein.

Der Grund dafür liegt wie bei Suntech im Anleihemarkt. LDK gab bekannt, eine Wandelanleihe nicht voll bedienen zu können. Betroffen seien die Halter eines 2013 auslaufenden Bonds, der mit 4,75 Prozent verzinst ist. Das Gesamtvolumen der Anleihe beträgt 23,8 Mio. Dollar.

Das Unternehmen will den Angaben zufolge nun mit den Gläubigern über neue Zahlungsmodalitäten verhandeln. Mit zwei von ihnen, die Papiere im Volumen von 16,5 Mio. Dollar hielten, habe man sich bereits geeinigt, hieß es.

Konsolidierung in China

Ende März war bekanntgeworden, dass Suntech Power eine Anleihe nicht mehr bedienen konnte und Kreditgeber oder Investoren suchte. Der Aktienkurs des Unternehmens war eingebrochen. Die Millionenstadt Wuxi, in der Suntech seinen Sitz und ein großes Werk betreibt, wollte dem Unternehmen mit Kapital unter die Arme greifen.

Experten hatten danach von einem Zeichen gesprochen, dass die Konsolidierung in der Solarindustrie in Europa und den USA jetzt auch China erreicht hat. Die Förderung der Solarindustrie in China hatte zu einem Boom geführt. Überkapazitäten und geringere Nachfrage sorgten dann aber für einen starken Preisrückgang auf dem Weltmarkt. Im vergangenen Jahr hatten die USA auch Strafzölle gegen chinesische Produzenten verhängt, denen Preisdumping vorgeworfen wurde. In Europa ermittelt die EU-Kommission ebenfalls wegen wettbewerbsverzerrender Subventionen in China.

In Deutschland hatte jüngst Bosch den Ausstieg aus dem Solargeschäft bekanntgegeben, nachdem der weltgrößte Autozulieferer in diesem Bereich mehrere Milliarden Euro in den Sand gesetzt hatte. Allein im vergangenen Jahr waren es mehr als 1 Mrd. Euro.

Quelle: n-tv.de, mit DJ

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