Wirtschaft

Braunkohle-Aus ohne Kündigungen? Öko-Institut macht Kohlekumpeln Hoffnung

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Laut einer Studie des Öko-Instituts ist der Ausstieg aus der Braunkohle beinahe ohne Kündigungen möglich.

(Foto: picture alliance/dpa)

Bis 2030 will die Regierung aus der Braunkohle aussteigen und so den Kohlendioxid-Ausstoß drastisch senken. Laut einer Studie müssen die Kohlekumpel bei diesem Prozess nicht um ihre Jobs fürchten. Die Abbau-Regionen dürften dennoch Probleme erwarten.

Der weitreichende Ausstieg aus der Stromerzeugung mit Braunkohle kann in Deutschland einer Studie zufolge beinahe ohne betriebsbedingte Kündigungen erfolgen. Grund dafür ist laut der Analyse des Öko-Instituts im Auftrag des Umweltbundesamtes, dass die Kohlekumpel und die Kraftwerksmannschaften im Durchschnitt schon relativ alt sind. Mehr als die Hälfte der 21.000 Beschäftigten in den Tagebauen und den Kraftwerken sei über 50 Jahre alt. Bis zum Jahr 2030 werden demnach fast zwei Drittel der Beschäftigten in den Ruhestand gehen.

Das Jahr ist die neue Zielmarke der Bundesregierung für den Klimaschutz, nachdem die ehrgeizigen Ziele für das Jahr 2020 nicht mehr zu erreichen sind. In ihrer Untersuchung machen die Forscher zwei Szenarien auf. Durch die bereits heute von der Politik getroffenen Beschlüsse zum Kampf gegen die Erderwärmung würde die Belegschaft in den Revieren auf rund 15.000 zurückgehen.

Soll der Kohlendioxid-Ausstoß aber bis dahin wie geplant um 55 Prozent im Vergleich zu 1990 gesenkt werden, müssten entsprechend mehr Tagebaue und Kraftwerke stillgelegt werden. Das Öko-Institut rechnet dann nur noch mit 8000 Beschäftigten, die in der Braunkohlebranche übrig bleiben dürften.

Lausitz bleibt wohl abgehängt

Andere Wissenschaftler kommen zu dem Schluss, dass die vermeintlich geringe Zahl an wegfallenden Stellen dennoch ein Problem für die betroffenen Regionen darstellen würde. Nach der Untersuchung des Wirtschaftsforschungsinstituts RWI betrifft das vor allem die strukturschwache Lausitz.

Die Jobs in der Energieerzeugung seien "qualitativ überwiegend sehr hochwertige Beschäftigungsverhältnisse", schrieben die Ökonomen in einer kürzlich vorgelegten Studie für die Kohlekommission. Außerhalb des Kohleabbaus und den dazugehörigen Kraftwerken fehlten Alternativen bei großen Unternehmen. Zudem sei die Lausitz über Autobahnen und die Bahn schlecht angebunden und die Forschungsaktivität gering.

Die von der Bundesregierung eingesetzte Kohlekommission hat zuvörderst die Aufgabe, Chancen für neue Arbeitsplätze in den Revieren am Rhein, im Leipziger Raum und in der Lausitz aufzuzeigen. Ende August treten die Experten wieder zusammen. Während der Sommerpause wird die Arbeit in Untergruppen fortgesetzt.

Quelle: n-tv.de, cri/DJ

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