Wirtschaft

Währungskrieg bietet Chancen Panik profitabel nutzen

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Der indische Aktienmarkt bietet Einstiegschancen.

(Foto: AP)

Der Handelskonflikt zwischen den USA und China produziert derzeit viele Verlierer, aber nur wenige Gewinner. Kluge Anleger nutzen die Turbulenzen geschickt aus.

Immer wenn es scheint, als hätten sich die Anleger an die Spannungen im Handelsstreit zwischen den USA und China gewöhnt, platzt die nächste Bombe: Mit der Ankündigung des US-Präsidenten Donald Trump, die Zölle massiv auszuweiten und der von chinesischer Seite gebilligten Abwertung der heimischen Währung, erreichte der Handelskonflikt eine neue Dimension und ließ die Aktienmärkte abstürzen. Nun belastet auch noch ein Währungskrieg die Börsen.

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"Der Devisenmarkt ist mit zunehmenden Handelsspannungen von der Seitenlinie in den Anlegermittelpunkt gerückt", erläutern die Analysten von Bank of America Merrill Lynch die neue Eskalationsstufe im Handelsstreit. Dabei versuchen Länder Wettbewerbsvorteile zu ergattern, indem sie ihre heimische Währung abwerten, um ihre Exporte billiger anzubieten: Die Sorge vor einer weltwirtschaftlichen Rezession geht um. 

Konjunkturabschwünge sind in vielen Regionen schon zu beobachten, daher kündigten nicht nur die Notenbanken der großen Industrieländer eine weitere lockere Geldpolitik an. Indien, Thailand und Neuseeland senkten sogar stärker als erwartet ihre Leitzinsen, um die Wirtschaft auf Trab zu bringen.

Konkurrenz um die schwächste Währung

Der Wettlauf um die schwächste Währung hat also schon begonnen und Anleger flüchteten zuletzt schnell in sichere Häfen wie Staatsanleihen oder Gold. Das führt jedoch zu bemerkenswerten Verwerfungen. So notieren zehnjährige griechische Staatsanleihen inzwischen auf dem Niveau ihrer US-Pendants. Die Bonität Griechenlands ist also mit denen der USA vergleichbar oder anders ausgedrückt: Für Risiko, wie es etwa in Griechenland existiert, wird keine Prämie in Form höherer Zinsen mehr bezahlt. 

Während Gold und Anleihen gefragt sind, herrscht am Aktienmarkt Panik. Zwar haben die US-Aktienmärkte erst vor wenigen Wochen neue Rekordmarken erreicht. Doch das von CNN kalkulierte Angstbarometer "Fear & Greed Index" fiel zuletzt auf die Stufe "Extreme Fear", also extreme Angst. In solchen Tagen gilt es, sich nicht von der Panik anstecken zu lassen. Denn in turbulenten Zeiten bieten sich auch Chancen. Die sind in der aktuellen Korrektur vor allem am Aktienmarkt zu suchen, denn immer mehr Anleihen werfen keine Zinserträge ab. Zehnjährige Bundesanleihen sind sogar auf einen Minusrekord von -0,605 Prozent gefallen.

Ray Dalio, Investmentlegende und Chef des Hedgefonds Bridgewater Associates, favorisiert bei der Suche nach Kaufchancen Chinas Aktienmarkt, der ebenfalls einen heftigen Kursrutsch erlebt hat. Er sieht das Risiko sogar darin, sich jetzt nicht in China zu engagieren, und erwartet, dass beide Seiten langfristig gewinnen werden - die USA und China. Bei den Analysten von Lyxor rückt dagegen der indische Aktienmarkt in den Vordergrund. Er sei den globalen Verwerfungen kaum ausgesetzt gewesen und biete auch gegenüber chinesischen Aktien Vorteile. 

Vorsichtiger Einstieg

Doch die Aktienmärkte haben ihre Sommerschwäche noch nicht nachhaltig auskuriert, sodass ein indirekter Aktieneinstieg eine Alternative ist. "Wer vorsichtig in den Aktienmarkt einsteigen will, bekommt über Discountzertifikate einen Rabatt auf den aktuellen Aktienkurs", erklärt daher Nicolai Tietze, Zertifikateexperte bei Morgan Stanley. "Der Rabatt ermöglicht gleichzeitig einen Sicherheitspuffer gegen fallende Kurse, wobei die Gewinne bei steigenden Notierungen begrenzt sind", so Tietze weiter. Eine Auswertung dieser Papiere bei Goldman Sachs hat gezeigt, dass sie zuletzt durch die gestiegene Unsicherheit wesentlich bessere Konditionen ausweisen und dadurch merklich höhere Renditen möglich sind als noch vor wenigen Wochen.

Quelle: n-tv.de