Wirtschaft

Streetscooter vor dem Verkauf? Post-Chef rechnet mit Millionenverlust

Die Deutsche Post erwartet für ihre Elektrotransporter-Sparte auch in diesem Jahr ein deutliches Minus. Der Streetscooter sei trotzdem eine Erfolgsgeschichte, bekräftigt Konzern-Chef Appel. Das Logistikunternehmen spreche momentan dennoch mit potenziellen Kaufinteressenten.

Der Elektrotransporter Streetscooter wird bei der Deutschen Post auch in diesem Jahr einen hohen zweistelligen Millionenverlust verursachen. Das Unternehmen spreche daher mit "potenziellen Partnern und mit Kaufinteressenten", sagte Konzernchef Frank Appel der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Nach 70 Millionen Euro Verlust im Jahr 2018 werde auch in diesem Jahr "ein signifikanter zweistelliger Millionenbetrag" als Defizit anfallen, sagte Appel.

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Für den Streetscooter sei die Post "langfristig allein nicht der beste Eigentümer". Die Investoren wollten ein Logistikunternehmen, keinen Autokonzern." Von Anfang an sei klar gewesen, dass die Post kein Autohersteller werden wolle, sagte Appel.

Für die Deutsche Post DHL als weltgrößtem Logistikkonzern hätten die Zollkonflikte "bisher kaum" Auswirkungen für das Geschäft, so Appel. "Das mag sich in den nächsten Monaten ändern, der langfristige Trend aber ist stabil: Der Welthandel wird weiter wachsen, und damit auch unser Geschäft." Er sei mit Blick auf die gerade wieder eskalierenden Handelsstreitigkeiten "zuversichtlicher als die meisten", erklärte der Post-Chef.

"Die Globalisierung hat über Jahrzehnte Wohlstand gebracht. Das kann und wird man nicht zurückdrehen." Die amerikanische Regierung unter Präsident Trump verfolge einen "klaren Plan, genauso wie die chinesische", sagte Appel: "Beide Seiten testen aus, wie weit sie gehen können, und dann werden sie sich irgendwann einigen."

Zugleich widersprach Appel Ängsten vor einem Absturz der Wirtschaft in Deutschland. "Es ist nicht sehr wahrscheinlich, dass wir im nächsten Jahr eine Rezession sehen werden." Selbst in einem solchen Fall "wird es keinen großen Anstieg der Arbeitslosigkeit geben. Der Arbeitsmarkt ist immer noch sehr angespannt, es fehlen Facharbeiter." Auch die Furcht vor einem massenhaften Stellenabbau infolge des technischen Fortschritts hält Appel für gänzlich unbegründet. "Die Menschheit hat den PC überlebt, ohne Massenentlassungen. Die Leute haben halt dazu gelernt. So wird es auch dieses Mal geschehen."

Quelle: n-tv.de, jki/DJ

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