Wirtschaft

Gasstreit endgültig beigelegt Russland liefert wieder Gas an Ukraine

Wer zahlt, bekommt auch eine Leistung: Russland pumpt wieder Gas in die Ukraine. Die Staatsführung in Kiew begleitet die neuerlichen Lieferungen ihrerseits mit einem Friedenssignal.

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Übers Gas müssen sich die beiden ersteinmal nicht mehr streiten: Poroschenko und Putin.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Ukraine erhält nach einem halben Jahr Unterbrechung wieder Erdgas aus Russland. Seit dem Morgen werde wieder Gas durch die Leitungen gepumpt, teilte der russische Staatskonzern Gazprom mit und bestätigte damit Meldungen der Ukraine. Im Osten der Ukraine stellten die Regierungstruppen für einen "Tag der Stille" den Kampf gegen die prorussischen Separatisten ein.

Sollten sie angegriffen werden, würden die Soldaten aber zurückschießen, erklärte das Militär. Mit der Feuerpause testen die Ukrainer die Chancen für eine Wiederbelebung des Waffenstillstandsabkommens von Minsk aus, das kaum noch Wirkung zeigt. Noch in dieser Woche sollen in Minsk neue Gespräche über eine Beilegung des Konflikts stattfinden.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow erklärte in Moskau, er rechne mit einem baldigen Treffen der Kontaktgruppe, die auch das Abkommen im September ausgehandelt hatte. "In den kommenden Tagen ist eine Zusammenkunft der Kontaktgruppe geplant", sagte Lawrow. Dabei solle über einen Plan für einen endgültigen Waffenstillstand beraten werden. Eine Entspannung im Osten der Ukraine liege jedoch noch immer in weiter Ferne, sagte der Minister.

Ein gutes Zeichen?

In der Separatistenhochburg Donezk im Osten der Ukraine war bis gegen 9 Uhr Beschuss zu hören. Später schien Stille einzukehren. In dem Konflikt sind nach Angaben der Vereinten Nationen in den vergangenen acht Monaten mehr als 4300 Menschen getötet worden. Die Ukraine-Krise hat eine neue Eiszeit zwischen Russland und dem Westen ausgelöst, die Beziehungen sind so schlecht wie nie seit dem Ende des Kalten Krieges vor 25 Jahren.

Die Wiederaufnahme der russischen Erdgaslieferungen nach monatelangem Streit um unbezahlte Schulden der Ukraine und die Höhe der Gaspreise ist in dieser Situation ein positives Zeichen. Die Gasreserven der Ukraine sind seit Beginn der Heizsaison im Oktober um mehr als 20 Prozent auf 13,3 Milliarden Kubikmeter gefallen. Im Winter verbraucht das Land etwa 200 Millionen Kubikmeter pro Tag.

Ab Dienstag sollten wieder rund 43,5 Millionen Kubikmeter pro Tag durch zwei Pipelines in die Ukraine fließen. Der Staatskonzern Naftogaz erklärte vergangene Woche, er habe 378 Millionen Dollar an Gazprom überwiesen und damit den Weg für neue Lieferungen freigemacht. Das Land ist bei der Erdgasversorgung fast völlig von Russland abhängig. Zuletzt war es in der Ukraine auch immer wieder zu  Stromausfällen gekommen, weil der Kohlenachschub für die Kraftwerke wegen der Kämpfe im Osten ins Stocken kam. Die meisten Zechen liegen in den umkämpften Regionen.

Quelle: ntv.de, vpe/rts

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