Wirtschaft

O'Leary: "Widrige Bedingungen" Ryanair beklagt den Preisdruck

ARCHIV - Eine Maschine von Ryanair landet am 02.11.2016 auf dem Flughafen in Frankfurt am Main. Ryanair veröffentlicht am 06.02.2017 die Jahreszahlen für 2016. Foto: Boris Roessler/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

"Die Preisgestaltung wird weiter herausfordernd sein": Ryanir spürt den Druck der Konkurrenz.

(Foto: dpa)

Preiskampf im Flugverkehr: Der Billigfluganbieter Ryanair bekommt die Auswirkungen des harten Wettbewerbs zu spüren. Der Gewinn geht leicht zurück, der Umsatz steigt nur mühsam. Ryanair-Chef O'Leary kündigt neue Maßnahmen an.

Die irische Billigfluggesellschaft Ryanair stimmt die europäische Luftfahrtbranche auf ein weiteres schwieriges Jahr ein. Das Unternehmen mit Sitz in Dublin warnte Analysten vor anhaltendem Druck auf die Flugpreise.

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Wegen der anhaltenden Überkapazitäten im europäischen Flugverkehr musste Ryanair einen Gewinnrückgang um fast 8 Prozent hinnehmen. Damit blieb die Fluggesellschaft hinter den Erwartungen am Markt zurück.

Im dritten Geschäftsquartal 2016/17 wiesen die Iren einen Nettogewinn von 94,7 Millionen Euro aus. Der Umsatz legte um 1 Prozent auf 1,35 Milliarden Euro zu. Analysten hatten der Airline sowohl beim Ergebnis als auch beim Umsatz mehr zugetraut. Die Experten hatten den Nettogewinn auf 101 Millionen Euro geschätzt. Der Ausblick für das Geschäftsjahr 2016/17 bleibe vorsichtig, erklärte Ryanair.

Rückgang bei den Ticketpreisen

"Die Preisgestaltung wird weiter herausfordernd sein", erklärte Konzernchef Michael O'Leary. Wörtlich sprach er von "widrigen Marktbedingungen". Ryanair werde darauf mit einem starken Wachstum des Flugverkehrs und mit Kostensenkungen reagieren, kündigte er an.

Für das abgelaufene Quartal gab der Billigflieger einen Rückgang der Flugpreise von durchschnittlich 17 Prozent bekannt. Das blieb nicht ohne Folgen für die Ertragslage. Für das laufende Geschäftsjahr (per Ende März) konnte O'Leary immerhin an der im Oktober gesenkten Gewinnprognose von 1,3 bis 1,35 Milliarden Euro festhalten.

Ryanair führte die Verluste beim Pfund als einen Grund für den Gewinnrückgang an. Großbritannien ist für Ryanair einer der wichtigsten Märkte. Die Fluggesellschaft erzielte im vergangenen Geschäftsjahr rund 28 Prozent der gesamten Erlöse auf der Insel. Da einige Flugtickets in Pfund verkauft werden, sind diese bei der Umrechnung in Euro letztlich weniger wert.

"Unsere Preise fallen schneller"

Die Verschiebung der Kundennachfrage bei den populären Tourismus-Hotspots aufgrund der politischen Instabilität in der Türkei, Ägypten und Nordafrika belastete zudem die Flugpreise zusätzlich. Ryanair-Chef O'Leary sieht weiteren Preisdruck und erklärte: "Die Post-Brexit-Unsicherheiten, der schwächere Sterling und der Umstellung der Charterkapazität aus der Türkei, Ägypten und Nordafrika nach Spanien und Portugal wird weiterhin Druck auf die Preise für den Rest dieses Jahres ausüben." Zudem sagte er: "Unsere Preise fallen schneller als wir ursprünglich geplant hatten".

In Fachkreisen nahmen Experten Geschäftsergebnisse und Ausblick von Ryanair verhalten auf. Der Nachsteuergewinn im dritten Quartal sei etwas hinter der Markterwartung zurückgeblieben, meinte ein Händler. "Die Strategie, mit niedrigen Preisen in Europa Marktanteile zu gewinnen, hat das Ergebnis stärker belastet als angenommen", hob der Marktteilnehmer hervor. Der Aktienkurs könne nachgeben, dürfte jedoch seiner Einschätzung nach die Konsolidierung der vergangenen Wochen zwischen 14,15 und 15,15 Euro nicht verlassen.

Quelle: n-tv.de, mmo/DJ/rts

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