Wirtschaft
Noch gibt es hier vor allem Benzin und Diesel: Shell verfügt über ein eigenes Tankstellennetz.
Noch gibt es hier vor allem Benzin und Diesel: Shell verfügt über ein eigenes Tankstellennetz.(Foto: picture alliance / Julian Strate)
Montag, 27. November 2017

Ladestationen an der Autobahn: Shell kündigt E-Tankstellennetz an

Der Ausbau der Elektromobilität nimmt Fahrt auf: Mit Shell gewinnt die deutsche Autoindustrie einen wichtigen Partner für das Projekt "Ionity". Spezielle Ladesäulen sollen matte Batterien binnen weniger Minuten mit frischem Strom versorgen.

Der britisch-niederländische Rohstoffriese Shell kooperiert mit deutschen Autobauern beim Aufbau von Schnellladestationen für Elektro-Fahrzeuge. Shell habe sich dem Gemeinschaftsprojekt "Ionity" von BMW, Daimler, Volkswagen, Audi, Porsche und Ford angeschlossen, teilte der Ölkonzern zu Wochenbeginn mit.

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In den kommenden beiden Jahren will Shell ein Netz aus Schnellladestationen in mehreren europäischen Ländern errichten. Das Shell-Angebot soll zunächst 80 Autobahnstrecken abdecken. Zuletzt hatte bereits der österreichische Öl-Konzern OMV mitgeteilt, seine Tankstellen für Elektroautos aufrüsten zu wollen.

Ionity plant in Europa bis 2020 rund 400 solcher Lademöglichkeiten entlang der europäischen Hauptverkehrsstrecken. Die Schnellladefunktion der Stationen soll die Elektromobilität fit für längere Strecken machen. Bislang leidet die Attraktivität der E-Automodelle noch unter der vergleichsweise geringen Reichweite.

Elektro-Power für Langstrecke

In Deutschland kooperiert Ionity mit der Autobahn-Servicefirma Tank und Rast. Sitz des Gemeinschaftsunternehmens ist München. "Wir treten an, um ein Netz zuverlässiger und leistungsstarker Ladestationen zu realisieren", heißt es bei Ionity.

Bislang spielen E-Autos im deutschen Automarkt noch eine Nebenrolle. Experten nennen neben der begrenzten Reichweite und dem teils hohen Anschaffungskosten zwei weitere Gründe, die Käufer derzeit noch vom Einstieg in das abgasfreie Fahren abhält: Noch gebe es viel zu wenig Ladestationen, heißt es, und das Aufladen dauert in der Regel noch viel zu lange.

Wie lange dauert das Laden?

Mit den neuen Schnellladestationen soll sich das ändern: Nach Angaben von Shell kann der Ladeprozess mit Ionity potenziell auf fünf bis acht Minuten reduziert werden. Damit müssten Fahrer von E-Autos für das Aufladen nur unwesentlich mehr Zeit einplanen als beim herkömmlichen Tankstopp mit Verbrennungsmotor.

Von einer flächendeckenden Versorgung mit Elektrotankstellen ist Deutschland noch weit entfernt. Laut einer Erhebung des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) aus dem September gab es zu diesem Zeitpunkt in Deutschland erst 4730 Ladesäulen. Davon waren allerdings nur 530 schnellladefähig, hieß es. Im internationalen Vergleich hinkt Deutschland damit weit hinterher.

Quelle: n-tv.de