Wirtschaft

Verlag will 15 Millionen Euro sparen "Spiegel" baut jede fünfte Stelle ab

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Betriebsbedingte Kündigungen soll es zunächst nicht geben.

(Foto: dpa)

Zwar überweist der Spiegel-Verlag auch in diesem Jahr wohl wieder Gewinne an seine Gesellschafter. Der der Überschuss schrumpft aber immer weiter. Die Unternehmensführung hält einen massiven Jobabbau für unausweichlich.

Der Verlag des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" baut mit seinem Sparprogramm rund 150 Stellen ab. Das ist etwa jeder fünfte Arbeitsplatz, wie das Unternehmen in Hamburg mitteilte.Den Angaben zufolge sollen möglichst bis Ende 2016 rund 35 Vollzeitstellen in der Print-Redaktion, 14 in der Dokumentation und 100 im Verlagshaus (Verwaltung/Anzeigen) wegfallen. Betriebsbedingte Kündigungen seien zunächst bis 31. Mai 2016 ausgeschlossen, ergänzte Spiegel-Verlagsgeschäftsführer Thomas Hass.

Gleichzeitig beschlossen Chefredaktion und Verlag für ein Wachstumsprogramm elf Projekte. Neben neuen mobilen Angeboten sowie Bezahlangeboten auf "Spiegel Online" wird von Februar 2016 an für drei Monate ein "Spiegel"-Regionalteil für Nordrhein-Westfalen getestet. "Wir werden gerade jenes experimentierfreudige und moderne Medienhaus, das wir sein wollen", sagte "Spiegel"-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer.

"Spiegel Online"-Inhalte sollen zum Teil kostenpflichtig werden. Gestartet werde damit "in den nächsten hundert Tagen". Preise für die Nutzer wurden noch nicht genannt. "Wir tasten uns heran", sagte der Verlagschef. 

Spiegel Online nicht betroffen

Im Juni hatte das Unternehmen angekündigt, dauerhaft rund 15 Millionen Euro im Jahresetat von Print-Redaktion, Dokumentation und Verlag einsparen zu wollen. Es gebe zum Stellenabbau keine Alternative, "wenn wir die wirtschaftliche Zukunft unseres Unternehmens sichern wollen", kündigte Hass in Hamburg an.

Beim Stellenabbau sollen nach Angaben des Verlagsgeschäftsführers Fluktuation, Vorruhestandsregelungen sowie Transfer-Modelle genutzt werden. Die Gespräche mit dem Betriebsrat liefen an, ergänzte Hass. Auch Solidarmodelle aus der Belegschaft wie Gehaltsverzicht oder kürzere Arbeitszeiten würden "ernsthaft geprüft". Außer bei Spiegel-TV hat es im Verlag zuvor noch keine betriebsbedingten Kündigungen gegeben. Die Töchterfirmen, zu denen auch das Nachrichtenportal (173 Redakteure) gehört, seien nicht vom Stelleneinschnitt betroffen.  

Trotz der Restrukturierungskosten mit Rückstellungen bereits in diesem Jahr wird der Verlag nach Angaben seines Geschäftsführers einen "kleinen positven" Jahresüberschuss ausschütten. Beim Umsatz erwartet Hass erneut einen Rückgang im einstelligen Millionen-Bereich. Die Erlöse betrugen 2014 rund 285 Millionen Euro. Das Wachstumsprogramm soll von 2019 an mindestens 20 Millionen Euro jährlich einbringen.

Quelle: n-tv.de, mbo/dpa

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