Wirtschaft

"Wir haben Marktanteile hinzugewonnen" Beiersdorf hängt die Konkurrenz ab

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Nivea verleiht dem Dax-Konzern frischen Schub.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der Ausblick ist zart und rosig: Der Nivea-Konzern aus Hamburg erfreut seine Anleger mit verbesserten Aussichten auf Umsatz und Gewinn. Der strategische Schwenk von Beiersdorf-Chef Heidenreich scheint sich voll und ganz auszuzahlen.

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Die Strahlen der Sommersonne und das Wachstum in den Schwellenländern haben dem Hamburger Konsumgüterriesen Beiersdorf zu einem Gewinnsprung verholfen: Gestützt unter anderem auf eine starke Nachfrage der Verbraucher nach Sonnenschutzmitteln stockt der Konzern seine Prognosen für das Gesamtjahr auf.

Der Betriebsgewinn des Konzerns mit populären Marken wie etwa Nivea, Eucerin oder La Prairie sprang im abgelaufenen Quartal überraschend kräftig um 17 Prozent auf 216 Millionen Euro. "In vielen Ländern haben wir Marktanteile hinzugewonnen. Das gilt sowohl für die Wachstumsregionen als auch für Europa, wo wir im dritten Quartal deutlich zugelegt haben", freute sich Konzernchef Stefan Heidenreich bei der Vorlage der Zwischenbilanz. Der Umsatz kletterte binnen Jahresfrist um ein halbes Prozent auf 1,511 Milliarden Euro. Den Ausblick hatte der Dax-Konzern bereits am Vorabend nach oben geschraubt und damit nachbörslich kräftigen Rückenwind für den eigenen Aktienkurs ausgelöst.

Ermutigt durch das gute Geschäft mit Kosmetikartikeln und den Erfolgen in der Klebstoffsparte Tesa im dritten Quartal sah sich die Konzernführung um Beiersdorf-Chef Heidenreich veranlasst, die Geschäftsziele für das Gesamtjahr anzuheben: Beim Umsatz traut sich Beiersdorf nun für 2013 ein Plus von 6 bis 7 Prozent nach bislang 5 bis 6 Prozent zu. Die Marge (Ebit-Rendite) soll rund 13 Prozent erreichen. Bislang war der Vorstand von einer Spanne zwischen 12 und 13 Prozent ausgegangen. Nach neun Monaten lag die Rendite bereits bei 13,9 Prozent.

Heidenreich hatte vor eineinhalb Jahren die Führung von Beiersdorf übernommen und richtet das Traditionsunternehmen stärker auf das Geschäft in Schwellenländern aus. Die von der Tchibo-Mutter Maxingvest kontrollierte Firma hatte vor zwei Jahren einen Umbau eingeleitet und fährt nun die Früchte ein. Die Kosten hatten die Bilanz bis ins vergangene Jahr hinein belastet. Befreit davon sprudeln nun die Gewinne.

Während Beiersdorf auftrumpft, schnitt die Konkurrenz unterschiedlich ab: Ein überraschend schwaches Wachstum hatte zuletzt dem Rivalen L'Oreal zu schaffen gemacht. Hauptbelastungsfaktoren bei dem weltgrößten Kosmetikanbieter aus Frankreich war im dritten Quartal das schwache US-Geschäft, auch in Schwellenländern lief es nicht rund. Besser schnitt Procter & Gamble (P&G) ab: Der US-Konsumgüterhersteller steigerte den Gewinn zuletzt kräftig, weil sich der vom Management verordnete Sparkurs bezahlt macht. US-Wettbewerber wie der Zahnpastahersteller Colgate-Palmolive und Kleenex-Anbieter Kimberly-Clark hatten zuletzt ebenfalls mehr umgesetzt und verdient. Konkurrent Henkel will seine Zahlen in einer Woche bekanntgeben.

An der Börse kommen die Zahlen von Beiersdorf sehr gut an: Nach dem vorbörslichen Wirbel um die aufgestockte Prognose springt der Kurs am Morgen zeitweise mehr als 5 Prozent ins Plus bis auf ein neues Jahreshoch bei 73,69 Euro.

Quelle: ntv.de, DJ/rts