Wirtschaft

Strategieplan für Gründerszene Startups sollen leichter an Wagniskapital kommen

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Das Papier sieht unter anderem vor, dass öffentliche Aufträge vermehrt an Startups vergeben werden sollen.

(Foto: imago images/Westend61)

Die deutsche Gründerszene beklagt sich seit langer Zeit darüber, dass Startups nach einer ersten erfolgreichen Finanzierung oft beim weiteren Wachstum große Finanzspritzen verwehrt bleiben. Das will Bundeswirtschaftsminister Habeck ändern.

Startup-Unternehmen in Deutschland sollen künftig leichter Risikokapital erhalten können, um ihre wirtschaftliche Entwicklung vorantreiben zu können. Das sieht der Entwurf für eine neue Startup-Strategie von Wirtschaftsminister Robert Habeck vor, der bekannt geworden ist. "Die Bundesregierung wird den deutschen Wagniskapitalmarkt weiter stärken und zusätzliche Möglichkeiten für großvolumige Finanzierungen durch inländische Investoren schaffen", heißt es in dem Papier.

Die Branche beklagt sich seit langer Zeit darüber, dass den Startups nach einer ersten erfolgreichen Finanzierung in der frühen Phase oft beim weiteren Wachstum der Zugang zu Finanzspritzen im großen Stil verwehrt bleibt. Künftig sollen auch Versicherungen und Pensionskassen ihr Geld als Wagniskapital investieren dürfen. "Die Bundesregierung strebt den Aufbau eines Kapitalstocks bei der gesetzlichen und privaten Altersvorsorge an und wird diesen mit einer Mindestinvestitionsquote in VC-Fonds versehen, um die Verfügbarkeit von Risikokapital strukturell und dauerhaft zu stärken", heißt es in dem Papier. Die Abkürzung VC steht für Venture Capital, also Risikokapital. In den USA, den Golfstaaten, Skandinavien, Großbritannien und anderen Ländern fließen schon seit Jahren große Summen aus den Rentenkassen über Wagniskapitaltöpfe in die Finanzierung von jungen Firmen. In Deutschland verhindern regulatorische Vorgaben diesen Geldfluss dagegen weitgehend.

Der Startup-Verband begrüßte den Plan aus dem Wirtschaftsministerium. Der vorliegende Entwurf setze die richtigen Schwerpunkte, um die Bedingungen für Start-ups in Deutschland zu verbessern, erklärte Christian Miele, Vorstandsvorsitzender beim Startup-Verband. "Wird die Startup-Strategie konsequent umgesetzt, leisten Startups zukünftig einen noch größeren Beitrag zu der wirtschaftlichen, ökologischen und gesellschaftlichen Transformation unseres Landes."

Auch der Vorsitzende der Expertenkommission der Bundesregierung für Forschung und Innovation (EFI), Uwe Cantner, begrüßte den Schritt des Wirtschaftsministers. Es sei außerordentlich wichtig, die Finanzierungsbedingungen von Startups weiter zu verbessern, vor allem für die Wachstumsphase, um Hürden bei der Gewinnung von Fachkräften abzubauen und Gründungen aus der Wissenschaft zu fördern. Er sehe allerdings noch Luft nach oben, sagte Cantner dem "Handelsblatt".

Quelle: ntv.de, jki/dpa

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